Umweltlexikon - Das Bessere Müllkonzept - Vermeiden Statt Verbrennen e. V.

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Umweltlexikon


Umweltlexikon

Für unser kleines Umwelt-Lexikon gilt das, was für einige andere Seiten auch gilt: Es kann nicht komplett sein, da wir keine professionellen Lexikon-Schreiber sind. Deshalb sind auch nicht alle Buchstaben belegt. Wann immer wir einen neuen Begriff für wichtig erachten, werden wir ihn aufnehmen.

Wenn Sie einen Begriff vermissen, schreiben Sie uns eine e-mail, gern auch mit der entsprechenden Erläuterung und geben dabei bitte an, ob wir Ihren Namen (oder was immer) unter die Erläuterung setzen sollen. Und wenn ein angegebener Link ins online-Nirwana führt (was passieren kann, wenn Anbieter ihre Links löschen), schreiben Sie bitte auch.

Seitenanfang  

 
 

Amesa                                             

Abkürzung für: Adsorption Method for Sampling of Dioxins and Furans,also Messgerät zur kontinuierlichen Probenentnahme von Dioxinen und Furanen  (siehe dort).

Die immer noch häufig praktizierte vierteljährliche Messung von PCDD / PCDF bei Müllverbrennungsanlagen wird von vielen kritischen Beobachtern der Verbrennungstechnologie angeprangert. Denn die Anlagenbetreiber haben genügend Zeit, sich auf den (lange vorher bekannten) Messtermin gründlich vorzubereiten und die Abgasreinigung auf optimale Funktion zu trimmen. Wegen der extrem geringen (aber trotzdem gefährlichen) Konzentrationen von PCDD/PCDF im Abgas war eine kontinuierliche Überwachung dieser Schadstoffgruppe bis vor einigen Jahren  technisch äußerst schwierig, da enorme Mengen an Abgas analysiert werden müssen.

Bereits seit Anfang 1998 ist ein Gerät namens AMESA auf dem Markt, mit dem es möglich ist, Dioxine und Furane kontinuierlich zu überwachen. Mit dem von der Fa. Becker Meßtechnik vertriebenen Gerät werden zwar PCDD/DCDF-Konzentration im Reingas (d. h. im gereinigten Rauchgas der Verbrennungslinien) streng genommen nicht fortlaufend aufgezeichnet, wie dies bei den klassischen Luftschadstoffen der Fall ist. Allerdings kann über einen Zeitraum von maximal 30 Tagen mittels einer Kartusche eine Mischprobe entnommen und diese dann im Labor analysiert werden. Damit entfallen viele Manipulationsmöglichkeiten. Das Gerät ist im Dauerbetrieb bereits an verschiedenen Müllverbrennungsanlagen erprobt. Beispielsweise sind alle neun flandrischen Müllverbrennungsanlagen (Belgien) damit ausgerüstet.

Mit zwölf Entnahmezyklen à 30 Tage pro Jahr ist faktisch eine lückenlose Oberwachung möglich. Zwar sind hierdurch keine Emissionsspitzen erfassbar, jedoch sind Grenzwertüberschreitungen in einer Anlage über einen längeren Zeitraum, z.B. durch zu sparsamen Einsatz von Reinigungsvorrichtungen, relativ schnell erkennbar.

§ 11 Abs. 5 der 17. BlmSchV schreibt vor, dass der Betreiber einer Verbrennungsanlage auf Verlangen der zuständigen Behörde Massenkonzentrationen der Emissionen nach § 5 Abs. 1 Nr. 3 und 4 kontinuierlich zu messen hat, wenn geeignete Messeinrichtungen zur Verfügung stehen. Diese Bestimmung gilt demnach auch für den in § 5 Abs. 1 Nr. 4 festgelegten Summenwert für PCDD/PCDF. Leider wird diese Vorschrift immer noch von vielen Betreibern missachtet. Die Begründung: Es gebe kein behördlich geprüftes und zugelassenes Messgerät für kontinuierliche Messung.

Kommentar: Wir behaupten, daß die Art, wie das AMESA-Gerät Reingasproben entnimmt, durchaus als kontinuierlich zu bezeichnen ist. Mit dieser Ansicht stehen wir im übrigen nicht allein. Auch der Zweckverband RBB hatte in 1999 ein AMESA-Gerät installiert, jedoch bereits im Jahre 2000 aus angeblichen Kostengründen  und weil es ja kein kontinuierlich messendes Gerät sei, wieder abgebaut. Siehe dazu auch unser Abfallwirtschaftskonzept, Anhang 1 (Zusatzinformationen zur MVA Böblingen), Punkt 6.

BImSchG

Abkürzung für Bundes-Immissionsschutz-Gesetz
Mehr dazu auf unserer Seite Verordnungen/Gesetze

BImSchV

Abkürzung für Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung. Es existieren mehrere Verordnungen zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutz-Gesetzes (BImSchG).
Mehr dazu auf unserer Seite Verordnungen/Gesetze

Seitenanfang  

Bio-Gas

Biogas ist ein brennbares Gas, das durch Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen hergestellt und zur Erzeugung von Bioenergie eingesetzt wird. Biomasse  setzt sich zusammen aus lebenden Pflanzen, wie auch die von ihnen abgeleiteten organischen Substanzen, Tieren und Mikroorganismen, sowie toten organischen Substanzen (totes Holz, Laub, Stroh und anderes). Für die Verwertung des Biogases ist der Methananteil (CH4) am wichtigsten, da er als oxidierbare Verbindung bei der Verbrennung Energie freisetzt.

Ebenso wie Biogas entstehen Deponiegas (z. B. in Mülldeponien) und Klärgas (in Kläranlagen, im Prinzip das gleiche wie Deponiegas) bei der als Vergärung oder Faulung bezeichneten anaeroben (= ohne Mitwirkung von Sauerstoff stattfindenden) Zersetzung von organischem Material. Daher werden diese Gase gelegentlich auch unter den Begriffen Faulgas oder Biogas zusammengefasst.

Als Ausgangsstoffe für die technische Produktion von Biogas eignen sich:

  • gärungsfähige, biomassehaltige Reststoffe wie Klärschlamm, Bioabfall oder Speisereste

  • Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist)

  • bisher nicht genutzte Pflanzen bzw. Pflanzenteile (z. B. Zwischenfrüchte, Pflanzenreste, etc.)

  • gezielt angebaute Energiepflanzen (nachwachsende Rohstoffe).


Dabei stellt die Landwirtschaft mit den drei letztgenannten Möglichkeiten das größte Potenzial für die Produktion von Biogas. Bis auf die letzte Möglichkeit handelt es sich dabei um prinzipiell kostenlose Ausgangsstoffe bei derern Erzeugung nur Transport- und sonstige Nebenkosten anfallen.

Aufgrund der kontinuierlichen Verfügbarkeit und der Speicherbarkeit eignet sich die Bioenergie und damit auch der Bioenergieträger Biogas im der erneuerbaren Energieträger zum Ausgleich kurzfristiger Schwankungen im Stromangebot der Wind- und Sonnenenergie.
Nachstehend sind die Nutzungsmöglichkeiten beschrieben.

Verbrennung in Blockheizkraftwerken (BHKW)
In Deutschland ist die Verbrennung in  BHKW am häufigsten. Dessen Motor oder die Turbine  treibt einen Generator an, der Elektrizität zur Einspeisung in das Stromnetz produziert. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sichert eine gegenüber konventionellem Strom erhöhte und auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung.

Die Abwärme des BHKW kann zusätzlich genutzt werden und liefert Erträge durch den Verkauf der Wärme sowie einen ebenfalls im EEG festgelegten Bonus für die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Bonus). Bisher wird bei den meisten landwirtschaftlichen Biogasanlagen mangels Wärmebedarf vor Ort nur ein geringer Teil der Wärme genutzt, beispielsweise zur Beheizung des Fermenters sowie von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Unter anderem hohe Energiepreise und finanzielle Anreize durch die ab 2009 gültige Novelle des EEG fördern die Wärmenutzung. Das kann durch Nahwärmenetze geschehen, wenn z. B. ein Dorf von solch einem BHKW mit Wärme versorgt wird. Eine Alternative ist der Transport von Biogas in Biogasleitungen über Mikrogasnetze direkt zum Wärmeabnehmer.

Einspeisung in das Erdgasnetz
Um Abwärme aus der Biogasverstromung umfassender nutzen zu können, kann nach einer umfassenden Biogasaufbereitung eine Einspeisung in das Erdgasnetz erfolgen. Neben dem Entfernen von Wasser, Schwefelwasserstoff (H2S) und Kohlendioxid (CO2) muss auch eine Anpassung an den Heizwert des Erdgases im jeweiligen Gasnetz (Konditionierung) stattfinden.

An anderer Stelle des Erdgasnetzes kann eine äquivalente Menge Gas wieder aus dem Netz entnommen und genutzt werden. So kann beispielsweise bei einem Schwimmbad mit hohem und ganzjährigem Wärmebedarf ein BHKW mit Biomethan betrieben werden. Ähnlich wie bei einem BHKW-Betrieb an der Biogasanlage gelten auch hier die durch das EEG festgelegten Vergütungen und Boni.

Weitere Nutzungsarten
Biogas kann als nahezu CO2-neutraler Treibstoff in Kraftfahrzeugmotoren genutzt werden. Da eine Aufbereitung auf Erdgasqualität notwendig ist, muss der CO2-Anteil weitestgehend entfernt werden. Dieses sogenannte Biomethan oder Bioerdgas muss auf 200 bis 300 bar verdichtet werden, um in Fahrzeugen genutzt werden zu können, die auf Bioerdgas umgerüstet werden. Bisher wird Biogas selten auf diesem Weg verwertet. 2006 wurde die erste deutsche Biogastankstelle in Jameln (Wendland) eröffnet. Wegen der hohen elektrischen Wirkungsgrade könnte in Zukunft zudem die Verwertung von Biogas in Brennstoffzellen interessant sein. Der hohe Preis für die Brennstoffzellen, die aufwendige Gasaufgereitung und die in Praxisversuchen bisher noch geringe Standzeit verhindern bislang eine breitere Anwendung dieser Technik.

Quelle: Wikipedia

Seitenanfang  

Biokunststoff

(auch Bioplastik, engl. bioplastics)

Definitionen
Als Biokunststoff oder auch Bioplastik werden Kunststoffe bezeichnet, die aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden. Sie werden auch bio-basierte Kunststoffe genannt. Nicht oder nur schwer abbaubare Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe sind ausdrücklich eingeschlossen. Der wohl am häufugsten verwendete Biokunststoff ist Polylactid oder Polymilchsäure, kurz PLA (von: polylactic acid).

Nach einer (umfassenderen) alternativen Definition sind Biokunststoffe alle biologisch abbaubaren Kunststoffe unabhängig von ihrer Rohstoffbasis, welche alle Kriterien zum Nachweis der biologischen Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit von Kunststoffen erfüllen. Auch bio-abbaubare Kunststoffe genannt.

Nicht oder nur schwer abbaubare Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe sind ausdrücklich ausgeschlossen. Biologisch abbaubare Kunststoffe auf Mineralölbasis sind ausdrücklich eingeschlossen.

Der Brockhaus definiert Biokunststoffe als Werkstoffe, die vollständig oder überwiegend aus Biopolymeren erzeugt und unter Anwendung der für Kunststoffe üblichen Verfahren modifiziert werden. Biopolymere sind chemische Verbindungen, die in der Natur vorkommen bzw. vorkommen könnten und die im Rahmen von Stoffwechselprozessen durch Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Algen, u. a. m.) biologisch abgebaut werden können.

Abgrenzung
Abzugrenzen sind Biokunststoffe von anderen Biowerkstoffen, d. h von Werkstoffen, die vollständig oder zu relevanten Anteilen aus nachwachsenden Rohstoffen (Naturstoffe oder Holz) bestehen. Wie z. B. den Verbundwerkstoffen, bei denen biogene Anteile (z. B. Holzmehl) mit fossilen Kunststoffen oder Biokunststoffen kombiniert werden, und den naturfaserverstärkten Kunststoffen. Und damit das Ganze nicht zu überschaubar wird, sind auch Mischformen wie naturfaserverstärkte Biokunststoffe denkbar und werden teilweise realisiert.

Verwendung
Biokunststoffe werden zu Formteilen, Halbzeugen (vorgefertigte Baugruppen, gewissermaßen "halbfertiges" Material) oder Folien verarbeitet. Sie dienen entsprechend ihrer Abbaueigenschaften vor allem als Material für

  • Verpackungen  (z. B. Verpackung von Salat, o. ä. mit einer Folie aus Celluloseacetat)

  • Cateringprodukte

  • Produkte für den Garten- und Landschaftsbau

  • Materialien für den medizinischen Bereich

  • andere kurzlebige Produkte, wie zb Einkaufstüten.


Prognose
Auf dem internationalen Kunststoffmarkt haben Biokunststoffe derzeit einen verhältnismäßig geringen Stellenwert, der sich Prognosen zufolge jedoch in den nächsten Jahren durch neu zu erschließende Produktfelder und ihre im Vergleich geringeren Rohstoffpreise deutlich erhöhen wird.

Bei einem weltweiten Verbrauch von Kunststoffen von etwa 225 Millionen Tonnen stellen die Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen mit rund 250.000 Tonnen pro Jahr einen Anteil von nur 0,1 Prozent dar, für die Zukunft werden jedoch enorme Marktzugewinne für Biokunststoffe prognostiziert. Es wird geschätzt, dass unter geeigneten Bedingungen etwa 10 % der gesamten Kunststoffproduktion bzw. 70 % der Kunststoffverpackungen durch Bioplastikprodukte ersetzt werden können. Für die USA wird ein jährliches Wachstum des Bedarfs an bioabbaubaren Kunststoffen von mehr als 15 % bis 2012 prognostiziert, der Gesamtbedarf soll von 350.000 t auf 720.000 t/Jahr steigen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kommt zu einem ganz anderen Schluss, nämlich dass Biokunststoffe nicht per se umweltfreundlicher sind.
Sie bemängelt, dass bislang stets die Umweltvorteile, aber nicht die Nachteile veröffentlicht werden, welche die Umweltvorteile wieder aufheben.
Nachteile sind unter anderem:

  • Verbrauch von großen Anbauflächen, die nicht mehr für die Produktion von Lebens- und/oder Futtermitteln zu Verfügung stehen

  • Einsatz von Bioziden und Düngemitteln beim Rohstoffanbau

  • Lange Transportwege, wenn die Rohstoffe von anderen Kontinenten eingeführt werden und damit verbunden hohe Schadstoffemissionen

  • Einsatz von gentechnologisch manipuliertem Samen, wenn der Rohstoff außerhalb Europas produziert wird.


Nach Ansicht der DUH kann dies soweit führen, dass die Umweltbilanz der Biokunststoffe schlechter ist als die der herkömmlichen Kunststoffe aus Erdöl.

Quelle: Einige der voranstehenden Informationen wurden Wikipedia entnommen.

Seitenanfang  

Bio-Monitoring

Die Entwicklung der Ökosysteme und deren Belastungssituation muß speziell im Umfeld von Abgas produzierenden Anlagen gemessen und überwacht werden, da nur so die Gefahren für Menschen, Tiere und Pflanzen realistisch  eingeschätzt werden können. Physikalisch/chemische Messergebnisse der Medien Boden, Luft und Wasser lassen hierbei nicht immer wirklichkeitsnahe Einschätzungen zu. Deshalb werden mehr und mehr spezielle Verfahren des Bio-Monitorings und der Bio-Indikation einbezogen. Man versteht darunter die systematische Messung von Schadstoffeinträgen in Lebewesen aller Art (Menschen, Tiere, Pflanzen).  Erst mit ihrer Hilfe können ausreichend verläßliche Aussagen zur Belastung und Reaktion der Organismen in den Ökosystemen gemacht werden.

Kommentar: Die Stadt Böblingen führt zur Überwachung der Auswirkungen des Müllofen auf die Umwelt ein solches Bio-Monitoring durch.

Seitenanfang  

Biozide

Dies ist ein (relativ neuer) Sammelbegriff für alle chemischen Mittel zur Bekämpfung von schädlichen Pflanzen und Tieren. Er löst mehr und mehr den früher gebräuchlichen Begriff Pestizide ab, um die allgemeine Gefährdung des Lebens durch diese Mittel zu betonen. Anwendungsgebiete sind Pflanzen-, Material- und Vorratsschutz sowie die Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen von Menschen, Haus- und Nutztieren.

Biozide gelangen auf verschiedenen Wegen in den (zu bekämpfenden) Organismus: Als Pulverstaub über die Atemwege, als Fraßgift über den Magen und Darm, als Kontaktgift bei Insekten oder bei Pflanzen über die Blätter und Wurzeln.

Die einzelnen Untergruppen werden nach ihrer Wirkung auf bestimmte Lebewesen benannt:

  • Akarizide gegen Milben  (griechisch akari = Milbe)

  • Algizide gegen Algen

  • Bakterizide gegen Bakterien

  • Fungizide gegen Pilze (lateinisch fungus = Pilz)                  

  • Herbizide gegen Unkraut  (lateinisch herba = Kraut, Gras)

  • Insektizide gegen Insekten

  • Molluskizide gegen Schnecken und andere Weichtiere  (lateinisch molluscus = weich)          

  • Nematizide gegen Nematoden (= Fadenwürmer, griechisch nema = Faden)

  • Rodentizide gegen Nagetiere  (lateinisch rodentia = Nagetiere)

  • Viruzide gegen Viren


Spezielle Breitband-Biozide richten sich gegen ein breites Schädlingsspektrum.

Die  Wirkstoffe sind entweder anorganisch (im Wesentlichen Arsen-, Schwefel-, Metallverbindungen), organisch-pflanzlich (vor allem Nikotin, Pyrethrum) oder synthetisch hergestellt (wie z. B. DDT, Hexa, Lindan). Als erstes chemisch-synthetisches Pflanzenschutzmittel gilt das in den Jahren 1938/39 entwickelte Insektizid Nirosan, das zum Verbot von Arsen im Weinbau geführt hat.

Biozide können auch bei kontrollierter Anwendung zu schweren Umweltschäden führen, die sich erst langfristig durch die Störung des Ökosystems auswirken. Die Schäden können sehr subtil sein und sich auf die Menschen auswirken, weshalb chemische Mittel auch auf Grund der negativen öffentlichen Meinung zunehmend unter Beschuss geraten.

Im ökologischen Anbau versucht man, nach Möglichkeit ohne Biozide auszukommen und strebt integrierten Pflanzenschutz gegen Schädlinge und Krankheiten an.

Seitenanfang  

Bisphenol A (BPA)

Bisphenol A ist ein Grundstoff zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat. Er ist in vielen Alltagsgegenständen enthalten, z.B. in Babyschnullern, Plastikgeschirr, Konservendosen, Getränkedosen, Thermopapier (z.B. Kassenbons). Analysen des BUND haben Bisphenol A zudem im Hausstaub von Kindertagesstätten nachgewiesen.

Hohe Konzentrationen im menschlichen Blut
Innerhalb Deutschlands werden jährlich ca. 410.000 Tonnen vermarktet (2013). Bisphenol A kann sich bei Kontakt mit Lebensmitteln aus dem Produkt lösen und ist dann in diesen nachweisbar. Der mittlere Gehalt an Bisphenol A im menschlichen Blut ist mittlerweile höher als die Konzentration, die bei Mäusen zu einer Beeinträchtigung der Sexualentwicklung führen kann.

Hormongift mit fatalen Folgen
Bisphenol A gehört zu den hormonellen Schadstoffen, die bereits in winzigen Mengen in unseren Hormonhaushalt eingreifen können. Es ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, wie wenig die traditionelle Risikobewertung noch geeignet ist, tatsächliche Schäden zu erfassen: Möglicherweise ist es durch eine direkte Einwirkung auf Hormonrezeptoren in geringeren Konzentrationen schädlicher als in größeren Mengen. Frühreife, eine reduzierte Spermienzahl oder Verhaltensstörungen, aber auch Diabetes u. a. werden als mögliche Folgen diskutiert.

BUND fordert Ersatz durch sichere Alternativen
Bisphenol A ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig eine von der Industrie unabhängig finanzierte Risikobewertung ist. So wiesen alle Ergebnisse unabhängiger wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre auf eine Gesundheitsgefährdung hin, wohingegen alle von der Industrie durchgeführten Studien Entwarnung gaben. Umso problematischer ist es, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge im Sommer 2007 um das Fünffache auf 0,05 mg je Kilogramm Körpergewicht erhöhte – ein Vorgehen, das von Umwelt- und Verbraucherschützern stark kritisiert wurde und wird. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht im Moment keinen Handlungsbedarf für den Gesetzgeber.

Im Rahmen der Umsetzung des seit Juli 2007 gültigen neuen Chemikaliengesetzes REACH fordert der BUND ein Verbot des Stoffes für alle Anwendungsbereiche, für die sicherere Alternativen vorhanden sind.

Immerhin ist seit 1. März 2011 EU-weit der Einsatz von Bisphenol A bei der Produktion von Babyflaschen verboten und ab 1. Juni 2011 auch die Vermarktung bisphenol-A-haltiger Babyflaschen.

Quelle: BUND

Seitenanfang  

Blei

Chemisches Element mit dem Symbol Pb (von lateinisch plumbum). Es ist ein bläulich-weißes, weiches, mit dem Fingernagel ritzbares Schwermetall das u. a. zur Herstellung von Autobatterien und von Kabelhüllen gebraucht wird. Bis 1985 wurden Bleiverbindungen auch als Zusatz im Benzin benötigt und zwar zur Erhöhung der Klopffestigkeit (die K. verhindert, dass Treibstoffe in Ottomotoren nicht unkontrolliert verbrennen = klopfen). Über die Abgase wurde es an die Luft abgegeben. Heute können die meisten der älteren Fahrzeuge, welche früher noch auf bleihaltiges Benzin angewiesen waren, durch Beigabe von Additiven bleifrei tanken. Keramikartikel, vor allem aus dem Ausland, können bleihaltige Glasuren enthalten, die z. B. durch saure Getränke (Fruchtsäfte, Essig, etc.) angelöst werden und in die Nahrung übergehen können.

Blei mit allen seinen Verbindungen gehört zu den starken Umweltgiften. Bei sehr hohen Belastungen kann es das Nervensystem schädigen und die Blutbildung beeinträchtigen. Es reichert sich wie andere Schwermetalle in Klärschlämmen, Sedimentgesteinen aber auch in Lebewesen an und wird so zum Umweltrisiko. Man nimmt an, dass das meiste Blei in Kläranlagen aus Abschwemmungen von Straßen und Dächern stammt. Durch die Bleibelastung von Luft, Boden und Wasser gelangt das Metall über Pilze, Pflanzen und Tiere in die Nahrungskette des Menschen. Besonders hohe Bleibelastungen können in verschiedenen Pilzen enthalten sein. Auf den Blättern von Pflanzen lagert sich Blei als Staub ab. Dieser Staub kann durch sorgfältiges Waschen entfernt werden (gelangt dann aber leider wieder in den Wasserkreislauf).

Überschreitungen des Grenzwertes von Blei im Trinkwasser können in Altbauten auftreten, in denen das Trinkwasser noch durch Blei-Rohre geleitet wird, die jedoch nur noch sehr selten anzutreffen sind. Nicht ohne Grund vermutet man, dass die Römer unter anderem auch deshalb eine sehr hohe Sterblichkeitsrate aufwiesen, weil sie bleihaltige Wasserleitungen und Trinkgefäße benutzten.

Siehe auch RoHS

Seitenanfang  

Bundes-Immissionsschutz-Gesetz
Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung

Mehr dazu auf unserer Seite Verordnungen/Gesetze

Seitenanfang  

Cadmium

Chemisches Element mit dem Symbol Cd (von griechisch cadmía). Cadmium ist ein silbrig-weißes, glänzendes Metall, das zur Herstellung von Batterien eingesetzt wird, wie auch zur Erzeugung von Schutzüberzügen auf Metallteilen. Allerdings gelangt die größte Menge als Cadmiumverbindungen in die Produktion von Farbpigmenten und als Stabilisator in die Kunststoffherstellung. Insbesondere für den Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC) ist Cadmium unverzichtbar.

Cadmium ist ein toxischer Stoff, der beim Menschen bei entsprechender Belastung zu Nierenschäden und zu Knochenveränderungen führen kann. Es ist biologisch nicht abbaubar und weist eine lange Halbwertszeit auf. Durch die Ausbringung von Klärschlamm und Phosphatdünger auf Agrarflächen, durch die Schlote von Müllverbrennungsanlagen sowie durch Industrieabwässer gelangt es in die Umwelt. Daher bilden die Nahrungskette und das Trinkwasser die Hauptquellen für eine Cadmium-Anreicherung im Körper. Zu den cadmiumreichen Nahrungsmitteln zählen vor allem Getreide-Produkte, Kartoffeln, Innereien, Pilze, Spinat, Wurzelgemüse (Sellerie), Meeresfrüchte, Fische, Muscheln und Lebensmittelkonserven.

Siehe auch RoHS

Seitenanfang  

CD + DVD

CD = Compact Disc
DVD = Digital Versatile Disc, Digital Video Disc

CDs und DVDs bestehen aus Polycarbonat, einem synthetischen Polymer aus der Familie der Polyester, und zwar aus Phosgen, einem Derivat der Kohlensäure und Diolen. Polycarbonate sind glasklar, einfärb-, schweiß- und klebbar, außerdem sehr dimensionsstabil und besitzen eine hohe Schlagzähigkeit,

Polycarbonat wird wegen seines im Vergleich zu anderen Kunststoffen höheren Preises fast nur dort eingesetzt, wo diese zu weich, zu zerbrechlich, zu kratzempfindlich, zu wenig formstabil, oder nicht klar genug sind. Wie eben in CDs und DVDs, aber auch in den gepanzerten Fahrzeugen der Mächtigen dieser Welt (Milliardäre, Präsidenten, Ölscheichs, Politiker, etc.). Und wenn Sie ab und zu ins Konzert oder die Oper gehen, treffen Sie eventuell auch dort auf Polycarbonat: Bläser benutzen heutzutage gern Mundstücke aus diesem Material. Aber - vielleicht haben Sie es selbst schon im Mund, in Form eines Implantats?

CDs und DVDs (aber auch andere Dinge aus Polycarbonat, wie z. B. Verpackungen, Gerätehülsen, Schutzhelme, etc.) sollten daher über die Wertstoffsammlung/Wertstoff-Höfe, den/die "Gelben Sack/Gelbe Tonne" unbedingt der stofflichen Verwertung (Recycling) zugeführt werden!

Seitenanfang  

Cradle to cradle®

Das Cradle to Cradle-Konzept (dt. von der Wiege zur Wiege) wurde 2002 von Michael Braungart (zur Vita siehe unten) und William McDonough (US-amerikanischer Architekt und Designer)  entwickelt. Das Konzept basiert auf einem Begriff, der in der 1970ern durch den Schweizer Architekten Walter R. Stahel eingeführt wurde. Es beschreibt eine Form der Ressourcennutzung, in dem Produktionsmethoden am Erhalt geschöpfter Werte ausgerichtet sind. Analog dem Stoffzyklus der Natur, in dem "Abfälle" eines Organismus von einem anderen genutzt werden, sollen in der Produktion Materialien und Produktionsmethoden so geplant werden, dass Abfälle sowie eine ineffiziente Nutzung von Energie vermieden werden. Damit steht ihr Konzept im direkten Gegensatz zum (heute noch vorwiegend anzutreffenden) Von-der Wiege-zur-Bahre-Prinzip, welches akzeptiert, dass eingesetzte (Roh-)Stoffe am Lebensende der aus ihnen produzierten Gegenstände als Abfall entsorgt werden, bzw. im günstigsten Falle im Downcyling in qualitativ minderer Form wiederverwendet werden.

Ihre Ideen/Vorstellungen haben Braungart und McDonough in dem 2008 im Berliner Taschenbuch Verlag erschienen Buch beschrieben: Einfach intelligent produzieren. cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. ISBN 9-783-83330183-4.

Lesen Sie hier ein Interview mit Prof. Braungart, welches in vielen deutschen Zeitungen erschienen ist.

Vita Professor Dr. Michael Braungart

1958 in Schwäbisch Gmünd geboren, Gründer und wissenschaftlicher Geschäftsführer von EPEA, einem internationalen Umweltforschungs- und Beratungsinstitut mit Hauptsitz in Hamburg. Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter von McDonough Braungart Design Chemistry (MBDC) in Charlottesville, Virginia (USA), Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts e.V. (HUI) sowie Leiter von Braungart Consulting in Hamburg.

Braungart studierte Chemie und Verfahrenstechnik, unter anderem in Konstanz, Darmstadt, Hannover und Zürich. In den 1980er Jahren engagierte er sich bei der Umweltorganisation Greenpeace und half mit, dort ab 1982 den Bereich Chemie mit aufzubauen, dessen Leitung er 1985 übernahm. Im gleichen Jahr promovierte er an der Universität Hannover im Fachbereich Chemie.

Um Lösungen für komplexe Umweltprobleme zu entwickeln, wurde 1987 das Beratungsinstitut EPEA von Greenpeace gründet (EPEA = Environmental Protection Encouragement Agency, EPEA Internationale Umweltforschung GmbH). Seitdem ist Braungart mit Forschung und Beratung für öko-effektive Produkte befasst - also Produkte und Produktionsprozesse in einem Kreislauf, die nicht nur nicht schädlich für Mensch und Natur sind, sondern nützlich.

1994 wurde Michael Braungart Professor der Verfahrenstechnik an der Leuphana Universität Lüneburg; mittlerweile hält er dort die Professur Cradle to Cradle® & öko-Effektivität. Seit Herbst 2008 unterrichtet er zudem an der Erasmus Universität in Rotterdam: Nachdem er zuerst den Cradle to Cradle® Lehrstuhl des Dutch Research Institute for Transitions (DRIFT) besetzte, hält er seit 2011 den eigens gegründeten Lehrstuhl für Cradle to Cradle® Innovation & Qualität an der Rotterdam School of Management (RSM). Weiterhin hat Braungart den Cradle to Cradle® Design Lehrstuhl an der Universität Twente in Enschede, Niederlande, inne. Nach vorheriger Tätigkeit u.a. 1994-1998 an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, Pennsylvania (USA), der Darden Business School in Charlottesville, Virginia (USA), der Bauhaus-Universität Weimar und der University of Wales in Cardiff (UK), hält er momentan eine Gastprofessur für Gebäudetechnik an der TU Delft in den Niederlanden.

Braungart ist Co-Autor der "Hanover Principles of Design: Design for Sustainability", die als Richtlinien für die Weltausstellung 2000 in Hannover dienten. Im Jahr 2002 verfasste er zusammen mit William McDonough das Buch "Einfach intelligent produzieren" (Originaltitel "Cradle to Cradle: Remaking the Way We Make Things"), welches in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Darauf aufbauend erschien 2008 "Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle-to-Cradle-Community".

Für seine Arbeit und die seiner Kollegen erhielt Michael Braungart eine Reihe von Auszeichnungen. Zwischen 1989-91 entwickelte er mit seinen Kollegen das Cradle to Cradle® Konzept unter dem Namen "Intelligentes Produktesystem" (IPS) im Rahmen eines Forschungsprojektes des damaligen Schweizer Chemieunternehmens Ciba-Geigy. Zurzeit konzentriert sich Braungarts Arbeit auf den Cradle-to-Cradle® Lehrstuhl in Rotterdam.

www.braungart.com
braungart@braungart.com

Seitenanfang  

 

Chrom

Chemisches Element mit dem Symbol Cr (von griechisch chroma = Farbe). Die Verbindungen von Chrom (Chromate) haben viele verschiedene Farben und werden oft als Pigmente in Farben und Lacken verwendet, aber auch zur Hartverchromung: von Stahl, Gusseisen, Kupfer und Aluminium. Chromate (Chromverbindungen) unterscheiden sich je nach Oxidationsstufe des Chroms in ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus. Sechswertiges Chrom (Cr (VI)) kann bei Hautkontakt allergische Reaktionen auslösen, sowie durch Einatmen Krebs verursachen.

Viele Unternehmen, die Alternativverfahren zuu Verwendung von Cr (VI) entwickelt haben, weisen in ihren Produktbeschreibungen ausdrücklich darauf hin.

Siehe auch RoHS

Dioxin

Mit der umgangssprachlich verwendeten Bezeichnung Dioxin(e) werden polychlorierte Dibenzo-p-Dioxine (PCDD), mitunter auch polychlorierte Dibenzo-p-Furane (PCDF) und in letzter Zeit auch polybromierte Dibenzo-p-Dioxine (PBDD) bezeichnet. In der Stoffgruppe der Dibenzo-p-Dioxine existieren mehr als 50 unterschiedliche chemische Substanzen. Siebzehn davon gelten für Lebewesen als besonders gefährlich, hierzu gehört auch das als Seveso-Gift bezeichnete 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin (TCDD), das eine traurige Berühmtheit erlangte (siehe weiter unten: Zur Erinnerung). Dioxine können bei der Produktion und Verarbeitung von chlororganischen Verbindungen (z. B. der Kunststoff PVC) entstehen, wie dies in Chemiefabriken, in denen chlororganische Verbindungen hergestellt oder verarbeitet werden, der Fall ist. Eine weitere Quelle sind vor allem Verbrennungsprozesse, wie z. B. bei der Müllverbrennung.

Besonders gefährlich: Verschiedene Mechanismen in der Abkühlungsphase von Hochtemperaturprozessen (wie z. B. Müllverbrennung) führen zur Neubildung von PCDD und PCDF.

Dioxin in der Umwelt und in Lebensmitteln
Da Dioxin nur langsam abgebaut wird, reichert es sich in der Umwelt wie auch in tierischem und menschlichem Gewebe an. Die Halbwertszeit beim bzw. im Menschen wird auf fünf bis zehn Jahre geschätzt.
Dioxin gelangt bis zu 90 % über Nahrungsmittel in unseren Körper, wie z. B. verseuchtes Obst, Gemüse oder Getreidewaren, aber auch verseuchtes Fleisch von Tieren. Eine wesentliche Quelle für die Verseuchung von Schlachttieren ist Kraftfutter, weil häufig bereits die eingesetzten Futter-Rohstoffe Dioxin enthalten.

Giftigkeit von Dioxin
Bei oraler Aufnahme (über den Mund) von Dioxin ist bereits eine Konzentration von einem Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich. Ein Mikrogramm = 1/1.000.000 Gramm. Die tödliche Dosis für einen Menschen mit 70 Kilogramm Körpergewicht beträgt somit ca. 70 Mikrogramm Dioxin. Zum Vergleich: Dioxin ist etwa fünfhundertmal giftiger als Strychnin und 10.000 mal giftiger als Cyanid. Die Grenze für die noch tolerierbare Tagesdosis an Dioxinen/Furanen wurde 1998 von der Weltgsundheitsorganisation auf 1-4 Billionstel Gramm (1 - 4/1.000.000.000 Gramm) pro Kilogramm Körpergewicht definiert.

Wirkung auf den Menschen
Bei Dioxinvergiftungen unterhalb der tödlichen Dosis kann es zu folgenden Symptomen bzw. Krankheitsbildern kommen: Atembeschwerden, Verätzungen an der Haut und den Schleimhäuten, Chlorakne, Funktionsstörungen der Leber (wie Gelbsucht, Leberschäden bis zum Leberkoma), Erhöhung des Krebsrisikos, Schädigung ungeborenen Lebens.

Siehe auch Amesa

Zur Erinnerung: Am 10. Juli 1976 entwich in der Ortschaft Seveso (etwa 30 km von Mailand entfernt) aus einem Reaktor der Firma ICMESA aufgrund eines Bedienerfehlers das extrem giftige TCDD. Als Folge des Unfalls starben in der näheren Umgebung Vögel und Kleintiere. Trotz der bekannten Giftigkeit des TCDDs wurde in der Firma noch fast eine Woche weitergearbeitet, wie wenn nichts passiert wäre. Danach wurden ca. 220.000 Menschen ärztlich untersucht. Bei 187 bis 193 Personen (Angabe schwankt je nach Quelle) wurde Chlorakne diagnostiziert.  70.000 Tiere mußten vorsorglich  notgeschlachtet werden.  Die Häuser von vierzig Familien mußten abgerissen, die oberen Bodenschichten abgetragen und deponiert werden. Für die Entsorgung des verseuchten Bodens mußte extra eine Verbrennungsanlage gebaut werden, die in der Lage war, Temperaturen oberhalb von 1.200 Grad Celsius zu erzeugen. Als Entschädigung wurden bislang mehr als 150 Millionen Euro gezahlt. Durch dieses schreckliche Ereignis bekam TCDD im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnungen ‘’Seveso-Dioxin’’ und ‘’Seveso-Gift’’.

Seitenanfang  

Downcycling

nennt man den häufig auftretenden Effekt, dass aus wiederverwerteten Rohstoffen (nur noch) minderwertigere Produkte, auch Rezyklate genannt, hergestellt werden (können). Das Kunstwort entstand aus dem  englischen Adverb down (= hinunter, herab, abwärts) und dem Begriff Recycling. Bis dato gibt es keinen entsprechenden deutschen Begriff.

Downcycling hat vielfältige Gründe. Ein wichtiger ist die Sortenreinheit. Häufig sind die Verunreinigungen der Rohstoffe (Verklebungen, Verunreinigungen, hartnäckige Verschmutzung) so groß, dass eine hundertprozentige Reinigung aufwendiger ist, als als neue Rohstoffe einzusetzen. Zwar würde man mit einer teueren Reinigung die immer knapper werdenden Rohstoffe schonen, aber es rechnet sich wirtschaftlich nicht.

Oder die Rohstoffe verändern sich bei der Aufbereitung. Z.B. werden Zellstofffasern kürzer und dadurch wird das daraus entstehende Papier weniger reissfest. Oder Kunststoffmoleküle werden brüchig und eignen sich nur noch für eine Wiederverwendung, wenn man man dem neuen Produkt (z. B. dem Bobbycar) einen Anteil "jungfräulicher" Rohstoffe zufügt. Irgendwann wird der Prozess dann so teuer, dass sich ein weiteres Downcycling wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Dann können rezyklierte Rohstoffe (meistens) nur noch einer thermischen Verwendung zugeführt werden, solll heißen, sie landen in einem Müllofen.

Siehe hierzu auch Upcycling.
Mehr zu diesen Themen auf unserer Website www.vermei.de

Seitenanfang  

DSD, Duales Sytem Deutschland

Die Duales System Deutschland GmbH (DSD) als einer der Träger des Dualen Systems in Deutschland ist eine vom Handel und der Industrie gemeinsam gegründete Gesellschaft, die Verpackungen bundesweit sammelt, sortiert und weiterverwertet. Grundlage hierfür ist die Verpackungsverordnung, welche die Hersteller und Vertreiber verpflichtet, Transport-, Um- und Verkaufsverpackungen zurückzunehmen, um sie einer erneuten Verwendung oder einer stofflichen Verwertung zuzuführen. Ziel der Verpackungsverordnung ist es, die Umwelt zu zu schonen, indem man Verpackungsabfälle  vermeidet. Wo dies nicht möglich ist, soll der Wiederverwendung von Verpackungen Vorrang vor der Beseitigung von Verpackungsabfällen gegeben werden.

Folgende Verpackungstypen unterliegen derzeit dem DSD: Pfandfreie Einweg-Verkaufsverpackungen, Einweg-Getränkeverpackungen mit Pfand, pfandfreie Transportverpackungen, pfandfreie Umverpackungen, Haushalt-Batterien und Starterbatterien, Motoraltöl, Altautos, elektrische und elektronische Altgeräte. Für diese Abfälle besteht bereits seitens der Hersteller und Vertreiber eine Rücknahmepflicht oder wird zumindest in absehbarer Zeit bestehen. Das DSD nutzt die Dienste lokaler Entsorger, welche die Sammlung durchführen, wie z. B. die Wertstoffhöfe im Kreis Böblingen.

Die Finanzierung des Systems erfolgt über den Grünen Punkt (dessen Symbol auf den Verpackungen aufgedruckt ist): Verpackungshersteller und/oder Handel bezahlen das Duale System, damit sie von der Rücknahmepflicht gemäß Verpackungsverordnung befreit sind. Diese Kosten werden fast immer auf die Verbraucher abgewälzt. Mit dem Kauf der Verpackung sind demnach Rücknahme und Verwertung vom Verbraucher schon bezahlt. Weitere Informationen auf der Internet-Site der DSD.

Kritikpunkte
In der Vergangenheit wurde häufig und nachhaltig Kritik an der Verpackungsverordnung geübt. Speziell die in der Verpackungsverordnung vorgesehene Möglichkeit, die Rücknahme von Verkaufsverpackungen und die  Entsorgungspflicht auf Dritte zu übertragen, die im Gebiet des Vertreibers gebrauchte Verpackungen beim Verbraucher abholen oder in dessen Nähe regelmäßig zurücknehmen, hat viele Diskussionen ausgelöst. Ausgelöst vor allem durch Menschen, die nicht in der Lage sind, den gelben Sack, Tonnen verschiedenster Art, Sammelcontainer für Papier und Pappen und/oder Glascontainer zu füllen. Oder die schlicht überfordert sind, die vielen Abholtermine (Restmüll, Bioabfall, Sperrmüll, Papiersammlungen) und die vielen Müllfraktionen (Restmüll, Biomüll, Sperrmüll, Schadstoffe, Verkaufsverpackungen aus Papier und Pappe, aus Kunst-, Verbundstoffen und Metall, aus Glas, mit und ohne Pfand, sowie sonstige Abfälle aus Papier und Pappen) auseinander zu halten.

Dadurch gehen der Kreislaufwirtschaft unnötig viele Wertstoffe verloren. Untersuchungen zeigen, dass der Anteil an Verpackungen im Hausmüll bis zu 20 % beträgt, die in vielen Fällen direkt in Müllverbrennungsanlagen mit verbrannt werden.

Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass sich die Verpackungshersteller von der Pflicht zur Rücknahme einfach freikaufen können, was für die Duales System Deutschland AG  zum lukrativen Geschäft wurde und eine gewaltige Zunahme der Einwegverpackungen ausgelöst hat.


Seitenanfang  

DVD + CD

DVD = Digital Versatile Disc, Digital Video Disc

Siehe CD + DVD

EEG

Das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien, in der geläufigen Kurzfassung Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) genannt, soll gemäß  § 1 Abs. 1 „die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen fördern“. Es dient dem Klima- und Umweltschutz und gehört zu einer ganzen Reihe gesetzlicher Maßnahmen, mit denen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern (Erdöl, Erdgas oder Kohle und Kernkraft) verringert werden soll.

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz schreibt die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung vor und das Biokraftstoffquotengesetz ihre Verwendung im Verkehrsbereich. Das deutsche EEG gilt als Erfolgsgeschichte des Modells der Einspeisevergütung und wurde von 47 Staaten übernommen. Eine vom Deutschen Bundestag am 6. Juni 2008 beschlossene neue und erweiterte Fassung ist am 1. Januar 2009 in Kraft getreten.

Quelle: Wikipedia

Seitenanfang  

Elektrosmog

Der englische Begriff smog, der Dunst oder Industriedunst bedeutet, setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen smoke = Rauch und fog = Nebel.)

Elektrosmog oder E-Smog sind Begriffe für verschiedene technisch verursachte elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder, die eine Belastung für die Umwelt darstellen (können).

Die Felder werden durch elektrotechnische Einrichtungen und Geräte verursacht, wie z. B. Stromanlagen, Nieder- und Hochspannungsleitungen, Radaranlagen, Rundfunksender, Mobiltelefone, WLAN, Bluetooth, schnurlose Telefone, Mikrowellenherde (sie erzeugen die Felder zwar in ihrem Garraum, ein geringer Teil davon gelangt jedoch immer in die Umgebung), Induktionskochplatten.

Abgesehen von Röntgenstrahlen, Radioaktivität und UV-Licht ist bisher nur die thermische Wirkung nachgewiesen. Diese führt bei starker Einwirkung zu einer Eiweißzersetzung, wenn die lokale Temperatur einen Grenzwert von etwa ca 40°C überschreitet. Beim Elektrosmog sind die in Frage kommenden Leistungen pro Volumen jedoch derart gering, dass nur Erwärmungen um wenige zehntel Grad auftreten, die keine thermische Schädigung erwarten lassen. Anlagen, bei denen diese Grenze überschritten wird, sind abgeschirmt (etwa Mikrowellenherd) oder vor Zutritt geschützt (wie z. B. Sendeanlagen). Um Schäden durch eine thermische Wirkung zu vermeiden, gibt es für ortsfeste Anlagen gesetzliche Grenzwerte, die unter anderem in der Verordnung über elektromagnetische Felder, kurz 26. BImSchV (26. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung), niedergelegt sind.

Quelle: Wikipedia

Seitenanfang  

Energiesparlampen

Nachstehend mit der gebräuchlichen Abkürzunng " ESL" bezeichnet.

Vorneweg ein Kommentar

Viele Kritiker sind der Ansicht, dass Brüssel einmal mehr im Schneckentempo gearbeitet und viel zu lange Schonfristen für herkömmliche Glühlampen gesetzt hat, eine Technik, bei der nur etwa 5 % der eingesetzten Energie in Licht umgewandelt werden. Die restlichen 95 % heizen die Umwelt! Im Hinblick auf den Klimawandel und die hohen Energiepreise hätten die Fristen viel kürzer sein müssen.

Unseres Erachtens viel bedeutsamer ist aber, dass Brüssel nach Ansicht der Kritiker mit den ESL auf eine Technologie setzt(e), die bald schon nicht mehr Stand der Technik sein dürfte. LED-Lampen sind besser, umweltfreundlicher und belasten die Umwelt nicht mit Quecksilber (da wahrscheinlich viele Verbraucher ihre ESP trotz aller Aufklärungsarbeit im Mülleimer entsorgen werden). Außerdem erzeugen sie keinerlei Elektrosmog. LEDs werden bereits in Fahrradlampen, in Ampeln, in  Autoscheinwerfern, und mehr und mehr auch schon in Haushalten zur Raumbeleuchtung eingesetzt. Ein echtes Zunkunftskonzept hätte darauf basieren müssen, die Glühbirnen schneller aus dem Verkehr zu ziehen und den wirklich neuen und weitaus mehr Energie sparenden LED-Leuchtmitteln den Vorzug zu geben.

Da aber die ESL mittlerweile relativ weit verbreitet sein dürfte, lassen wir dieses Stichwort im Moment so, wie es im Originaltext geschrieben wurde.


Das Aus der Glühbirne wurde von der EU beschlossen. Von September 2009 an wurden die Glühbirnen nämlich schrittweise aus dem Verkehr gezogen: In 2009 die 100 Watt-Boliden, ein Jahr später die 75-Watt-Birnen, bis dann 2012 alle verschwunden (bzw. nicht mehr zu kaufen) waren (bzw. sein sollten). Sie mussten effizienteren Modellen, den so genannten Energiesparlampen, weichen. Denn trotz Bedenken, die (auch von Fachleuten) gegen die ESL geäußert werden, bleibt unstrittig, was nicht nur die Verbraucherzentrale in NRW feststellte: ’’An der positiven Ökobilanz der ESL und den finanziellen Vorteilen für Verbraucher gibt es nichts zu rütteln. Die Leuchtstofflampen brauchen bei gleicher Helligkeit erheblich weniger Strom und zahlen sich bereits nach einem Jahr aus.’’

Fünf Tipps für eine umweltgerechte Entsorgung

Herkömmliche Glühlampen in den Hausmüll
Niemals in den Altglascontainer! Die feinen Drähte in den Glühlampen dürfen nicht in den Zerkleinerungsanlagen der Glasaufbereitung landen, da es unmöglich ist, die Drähte wieder vom Glas zu trennen.

ESL in die getrennte Sammlung
Ausrangierte oder kaputte ESL dürfen weder in der Restmülltonne noch im Glascontainer landen, sondern müssen wegen ihres Quecksilbergehalts getrennt entsorgt werden. Nur dann kann das giftige Metall in Recyclinganlagen kontrolliert entnommen und von den anderen Bestandteilen der Lampen getrennt verwertet werden.

Der Handel ist nicht zur Rücknahme verpflichtet
Verbraucher müssen ihren Energiesparlampenabfall zu einer Sammelstelle (z. B. zu einem Wertstoffhof) bringen, wo man ihn kostenlos annimmt. Neben den über tausend kommunalen Stellen hat die Retourlogistikfirma Lightcycle 500 Annahmestellen eingerichtet. Sammelstellen-Suche mittels Eingabe der Postleitzahl im Internet unter www.lightcycle.de.

Zerbrochenene ESL nicht staubsaugen
Sollte eine ESL zerbrechen, niemals einen Staubsauger benutzen, da man nach einiger Zeit nicht mehr weiß, ob es eine der hochgiftigen oder weniger giftigen Ausführungen war. Kein Staubsauger ist hundertprozentig dicht (auch wenn das immer von der Herstellern behauptet wird) und so wird das flüchtige Schwermetall durch den Sauger besonders fein und damit besonders gesundheitsschädlich in der Luft verteilt. Empfehlung: Lampensplitter mit einer Pappe auf ein Papier kehren und in einen verschließbaren Glasbehälter bugsieren (und bald bei der Sammelstelle abgeben); danach mit einem nassen Lappen den Boden aufwischen, einige Minuten gut durchlüften und dabei das Zimmer verlassen. Pappe, Papier und Lappen am besten gleich mit entsorgen.

ESL mit Splitterschutz oder Amalgam kaufen
Wer verhindern will, dass im Bruchfall Quecksilber frei wird, dem empfiehlt das Umweltbundesamt ESL mit Splitterschutz zu erwerben. Zudem enthalten einige Modelle Amalgam, welches Quecksilber nur im Betrieb frei setzt. Geht eine solche Lampe außerhalb des Betriebes zu Bruch, bleibt das Quecksilber gebunden und kann nicht in die Raumluft gelangen. Zu erkennen ist die Schadstoffarmut neuer ESL an dem Kennzeichen RoHS (Restriction of certain Hazardous Substances). Leider steht das (noch) nicht immer auf der Verpackung. Falls nicht, bleibt Ihnen  nichts anderes übrig, als im Fachgeschäft nach Modellen mit Amalgam bzw. nach schadstoffarmen Modellen zu fragen. Manche Hersteller kennzeichnen RoHS-konforme ESL mit einem farbigen Sockel und beschreiben dies auch in der beigelegten Information.

Ein paar Fakten zum Thema

Technik
ESP sind besonders kleine Leuchtstofflampen und werden deshalb auch Kompaktleuchtstofflampen genannt. Der Begriff ESP ist im Prinzip technologieneutral und kann auch andere sparsame Leuchtmittel mit einschließen. Hier jedoch ist die Rede von Leuchtstofflampen die auf dem Prinzip der Gasentladung basieren, bei welcher Strom durch eine gasförmige Materie fließt und diese zum Leuchten bringt. Die Röhre der ESL, in der die Gasentladung stattfindet, ist gegenüber anderen Leuchtstofflampen (“Neonröhren”) kleiner und einfach  oder mehrfach gewendelt, um Platz zu sparen. Moderne ESL, die anstelle von herkömmlichen Glühbirnen verwendet werden, sind vielfach in einen Glaskörper integriert, der sie wie Glühbirnen aussehen lässt und die Leuchtröhren verbirgt. Der einzige, äußerlich sichtbare Unterschied ist ein zylindrisches Verbindungsstück zwischen Glaskörper und Sockel, in dem das Vorschaltgerät untergebracht ist, welche die Gasentladung kontrolliert und konstant hält. Die Sockel gibt es in (fast) allen Standardformen, u. a. als Schraubsockel (mit den bekannten E14- und E27-Gewinden), sowie als Stecksockel (GU10 u. a.).

Lichtfarbe
Bei ESL ist Licht nicht gleich Licht. Es gibt Produkte mit warmweißem Licht (wie wir es von der Glühbirne gewöhnt sind), und solche mit tageslichtähnlichem, kaltweißem Licht. Man erkennt das an dem auf der Packung aufgedruckten Kelvin-Wert: Je kleiner der Wert, desto wärmer das Weiß. Ein guter Wert für warmweißes Licht liegt irgendwo bei 2.600 - 3.000 Kelvin. Eine andere Farbangabe, die man auch auf den Verpackungen findet,  ist der Code 827 = warmweiß.

Kosteneffizienz
ESL weisen gegenüber herkömmlichen Glühbirnen eine bis zu fünffach höhere Lichtausbeute auf, benötigen also bei vergleichbarer Helligkeit nur etwa zwanzig Prozent des Stroms, den eine Glühbirne im Wortsinne verheizt. In der Traditions-Glühbirne werden nämlich nur fünf Prozent des eingesetzten Stroms in Licht umgewandelt, die restlichen 95 Prozent verpuffen als Wärme in der Umgebung. Eine ESL mit 15 Watt Leistung leuchtet beispielsweise ebenso hell wie eine Glühbirne mit 75 Watt - und dient so ganz nebenbei dem Klimaschutz.

ESL besitzen aber noch einen weiteren Vorteil: Ihre Lebensdauer ist um ein Vielfaches höher als die der normalen Glühbirnen. Auch dadurch rechnen sich die höheren Anschaffungskosten.

Ein Beispiel:

Angenommen eine 75 Watt-Glühbirne brennt pro Tag 3 Stunden, dann sind das rund 1.000 Stunden/Jahr. Sie konsumiert dabei 75 x 1.000 = 75.000 Watt oder 75 Kilowatt. Bei einem angenommen Preis von € 0,25 pro Kilowatt ergibt das € 18,750 Betriebskosten. Eine 15 Watt- ESL kostet in derselben Zeit € 3,75 (15 x 1.000 x € 0,25).

Nach durchschnittlich dreitausend glühend heißen Stunden oder drei Jahren Brenndauer reißt der Glühlampe der (Gedulds-)faden und sie muss ersetzt werden, um € 1,00. Die Energiesparlampe hingegen macht erst nach rund 15.000 Stunden oder 15 Jahren schlapp, eine neue kostet etwa € 17,00.

Rechnet man die Betriebskosten auf die  15 Jahre hoch, kostet die Glühlampe 15 x € 18,50 = € 277,50. Die ESL hingegen kostet nur 15 x € 3,75 = € 56,25. Damit beträgt die Betriebskosteneinsparung € 221,25.

Zieht man davon die Mehrkosten von € 12,00 für die neue ESL ab (1 ESL à € 17,00 minus 5 Glühlampen à € 1,00), bleibt eine Nettoersparnis von € 209,25 übrig. Multipliziert man das Ganze  mit der Anzahl Lichtquellen im Haushalt, kommt man schnell auf einen Hunderter pro Jahr.

Man sieht, es lohnt sich. Allerdings nur mit qualitativ hochwertigen Produkten. Die Billigheimer unter den ESL lassen relativ schnell in ihrer Licht-Leistung nach und sind erfahrungsgemäß früher kaputt. Auch was die Anzahl der Ein-/Ausschaltvorgänge anbelangt können sie mit den hochwertigen ESL nicht mithalten, die seit ein paar Jahren eine halbe Million und mehr Schaltvorgänge verkraften. Was bedeutet, dass Sie die ESL 15 Jahre lang jeden Tag neun Mal ein- und ausschalten können. Also Augen (und Geldbeutel) auf beim Kauf!

Mehr Informationen unter www.duh.de/uploads/media/DUH-Infoblatt_Energiesparlampen_02.pdf

Siehe auch LED.
               
Seitenanfang  

Erneuerbare Energien Gesetz

Siehe EEG

Flaschen- und Dosenpfand

Alle Flaschen und Dosen, die Getränke enthalten, unterliegen seit dem 01. Mai 2006 einem gesetzlich geregelten Pfandsystem. Beim Erweb eines Getränkes bezahlt man ein Pfand auf die Dose bzw. Flasche (und gegebenenfalls auch auf das Behältnis, also die Kiste), welches man bei Rückgabe der leeren Dose/Flasche (und gegebenenfalls des Behältnisses) zurückerstattet bekommt. Ziel ist es, möglichst viele Dosen, Flaschen und Behältnisse wiederzuverwenden (z. B. Glas), bzw. zu recyceln (PET-Flaschen, Dosen). Das spart Ressourcen, senkt den Energieverbrauch und schont damit die Umwelt.

Das Gesetz unterscheidet zwei Bereiche:

Einwegpfand

gilt für Einwegflaschen aller Größen aus Glas oder Plastik (PET-Flaschen), sowie Dosen, die folgende Flüssigkeiten enthalten: Bier, Biermischgetränke, Mineral- und Tafelwässer sowie Erfrischungsgetränke. Pro Dose/Flasche werden 25 Cent Pfand fällig. Dosen/Flaschen, die Säfte, Wein, Spirituosen, Milch, Milchmixgetränke und diätetische Getränke enthalten sind nicht pfandpflichtig. Ebenso wie alle, laut Gesetz "ökologisch vorteilhaften" Verpackungen, also Getränkekartons (wie Tetrapacks) oder Folienverpackungen. Einwegflaschen und Dosen  erkennt man am grünen Punkt. Sie werden im besten Fall recycelt, im schlechtesten verbrannt oder (als Rohstoff) ins Ausland verscherbelt.

An diesem Zeichen der DPG (Deutsche Pfandsystem GmbH) erkenn Sie ein Einwegpfandbehältnis:

Die DPG (Deutsche Pfandsystem GmbH) regelt den Pfandausgleich ("Pfand-Clearing") zwischen den am System teilnehmenden Unternehmen. Sie unterstützt die Getränkeindustrie und den Handel bei der Umsetzung ihrer gesetzlichen Pflichten. Dafür hat die DPG ein einheitliches Kennzeichnungsverfahren entwickelt, das eine automatisierte
Rücknahme pfandpflichtiger Einweggetränkeverpackungen zulässt.

Mehrwegpfand

gilt für Flaschen, die mehr als einmal befüllt werden. Spitzenreiter ist hierbei immer noch die Glasflasche, die weitaus öfter neu befüllt werden kann als alle Flaschen aus anderen Materialien (fast immer PET). Für die unterschiedlichen Mehrwegflaschen werden - je nach Inhalt - unterschiedliche Pfandbeträge fällig:

  • Für Mehrweg-Bierflaschen (0,33 oder 0,5 Liter) ohne Bügelverschluss beträgt das Pfand 8 Cent.

  • Für Mehrweg-Bierflaschen (0,33 oder 0,5 Liter) mit Bügelverschluss beträgt das Pfand 15 Cent.

  • Ebenso bezahlt man 15 Cent für alle sonstigen Mehrweg-Flaschen aus Plastik oder Glas, wie z. B. Saft-Flaschen aus Hartplastik oder Wasserflaschen aus Glas, Joghurt-Gläser oder Milch-Flaschen.


An diesem Zeichen erkennen Sie ein Mehrwegpfandbehältnis:

 

Rückgabe von Pfandflaschen

Grundsätzlich gilt:

  • Verkauft ein Händler Getränke nur in Dosen, muss er auch nur Dosen zurücknehmen.

  • Beträgt die Verkaufsfläche des Händlers weniger als 200 m² (z.B. Tankstelle, Kiosk), muss er nur Pfandflaschen der Marken zurücknehmen, die er verkauft. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die begrenzten Lagerkapazitäten.


Ansonsten gilt:
Jeder Händler, der Getränke in Mehrwegpfandflaschen verkauft, wird im Regelfall auch nicht bei ihm erworbene Mehrwegpfandflaschen wieder zurücknehmen, wenn er die Flaschenart (Form, Material, Größe, Farbe) im Sortiment hat. Eine Rücknahmepflicht existiert aber nicht. Es ist also meistens kein Problem, Normflaschen (wie sie z. B. für Mineralwasser und Bier existieren) bei jedem beliebigen Händler zurückzugeben, auch wenn er die Marke (Etikett) nicht führt. Spezielle Flaschenformen (z. B. für Edelwässer) kann er zurückweisen, da er sie bei seinem Lieferanten nicht wieder los wird. Flaschenkästen müssen nur zurückgenommen werden, wenn sie nach Marke und Größe (Anzahl Flaschen) mit denen übereinstimmen, die der Händler im Sortiment führt.

Einwegpfandflaschen hingegen, die mit dem Zeichen der Deutschen Pfandsystem GmbH (siehe oben) gekennzeichnet sind, müssen von jedem Händler zurückgenommen werden, der Getränke in diesen Flaschen verkauft.

Siehe hierzu auch unsere Website www.vermei.de

Seitenanfang  

Furan, Furane

Mit der in der Umgangssprache verwendeten Bezeichnung Furan(e) wird die Stoffgruppe der polychlorierten  Dibenzo-p-Furane (PCDF) bezeichnet. Eine wesentliche Quelle von Furanen ist die Hochtemperaturverbrennung, wenn sie in Gegenwart von Chlorverbindungen abläuft. Für viele Einzelsubstanzen, insbesondere auch für Gemische verschiedener Substanzen, existiert bislang nur ein eingeschränktes toxikologisches Wissen. Furane werden häufig als Untergruppe des Dioxin betrachtet.

Siehe auch AMESA

Gelber Sack, gelbe Tonne

Gelber Sack und gelbe Tonne sind im Prinzip das gleiche. Jede Kommune entscheidet selbst, ob sie ausgediente Verpackungen in Säcken oder Tonnen abführt, auf Wertstoffhöfen entgegennimmt oder mehrere Formen zulässt (wie z. B. im Landkreis Böblingen, in dem es flächendeckend Wertstoffhöfe gibt, in dem aber auch die gelbe Tonne genutzt wird).

Für diese Verpackungen bezahlen die Verpackungs-Hersteller bei einem der dualen Systeme die Rücknahmegebühr, gemäß den Vorgaben des deutschen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes.

Hintergrund
Bis 1991  war die Abfallentsorgung ausschließlich die Pflicht der Gemeinden. Dann trat die Verpackungsverordnung in Kraft, welche die Wirtschaft verpflichtete, in Umlauf gebrachte Verpackungen nach Gebrauch zurückzunehmen und der Entsorgung zuzuführen. Daraufhin gründeten in Deutschland tätige Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsbranche einen Verbund, in dem die Verwertungspflichten zusammengefasst wurden. Daraus entstand die gemeinsame Entsorgung im dualen System.

Erster privatwirtschaftlicher Anbieter dieser Dienstleistung war die DSD ("Duales Sytem Deutschland GmbH") mit Sitz in Köln. Ihr Kennzeichen war und ist der grüne Punkt. Inzwischen gibt es noch
acht weitere Dienstleister (gelistet am Ende des Artikels). Damit war bzw. ist das einstige Monopol der "Duales Sytem Deutschland GmbH" gebrochen und der grüne Punkt verlor an Bedeutung. Auch andere Verpackungen ohne diese Kennzeichnung werden zurückgenommen. Im Jahr 2013 kontrolliert das DSD noch etwa 50 Prozent des Marktes.

Die Hersteller melden dem entsprechenden System die Menge der Verpackungen, die sie in einem bestimmten Zeitraum in Verkehr bringen werden und bezahlen dafür einen bestimmtem Betrag. Es wird niemanden wundern, dass die Hersteller diese Kosten dem Verbraucher aufbürden, indem sie die gekauften Produkte entsprechend teurer machen. Verkäufer, die in ihren Läden Sammelcontainer für Verpackungsmaterial aufstellen, welches sie auch selbst entsorgen, melden die gesammelten Mengen dem dualen System und erhalten eine Kostenrückerstattung.

Zwei grundlegende Probleme
1.  Die gemeldeten Mengen der Hersteller und der Rücknehmer (= Eigenentsorger) werden so gut wie nicht kontrolliert, weil dies einen gigantischen Verwaltungsaufwand bedeuten würde. Deshalb kann gemeldet werden, was gerade opportun ist. Wie in 02/2014 in der Kreiszeitung Böblinger Bote zu lesen war, wurden von den Eigenentsorgern 166 Prozent mehr Rücknahmen gemeldet, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Andererseits sind die gelben Säcke/gelben Tonnen voll wie eh und je. Und die bei Wertstoffhöfen abgegebenen Verpackungen sind ebenfalls relativ konstant. Das bedeutet, dass die dualen Systeme eine Menge Müll einsammeln, der eigentlich gar nicht vorhanden sein kann. Und das kostet die dualen Systeme richtig Geld, welches sie nur dadurch wieder hereinholen können, dass sie den ehrlichen Herstellern höhere Kosten aufbrummen. Und wer wird die am Ende bezahlen? Genau!

2.  Die sogenannten Fehlwürfe (also Sachen, die nicht in den gelben Sack/die gelbe Tonne gehören), sind zwar zurückgegangen, betragen aber immer noch mehr als 20 Prozent. Häufig sind es gar keine Fehlwürfe, sondern ganz bewußt billig entsorgter Hausmüll. Sie müssen aussortiert werden, was wiederum einen Haufen Geld kostet. Es gibt Anzeichen dafür, dass aus den genannten Gründen die Eigenentsorgung per Gesetzesänderung abgeschafft werden soll.

Was darf im gelben Sack/der gelben Tonne entsorgt werden und was nicht:

D a r f  
Leere Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen. Z. B.

  • Joghurt-, Margarine-, andere Becher

  • Farbeimer, Lebensmitteleimer

  • Spray-, Konservendosen

  • Arzneimittelverpackungen (Blister)

  • Plastiktüten und Verpackungsfolien

  • Styroporverpackungen

  • usw.  

D a r f   N I C H T  
Gegenstände aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen, die offensichtlich
keine Verpackungen sind, da für diese keine Entsorgungsgebühr bezahlt wurde. Z. B.

  • Gießkannen, Kunststoffeimer

  • Spielzeug

  • CD, DVD

  • Haushaltsgegenstände wie Kochlöffel, Zahnbürsten, Kugelschreiber, Lebensmittelbehälter Elektrogeräte

  • usw.


Duale Systeme in Deutschland: die "Landbell AG für Rückhol-Systeme" in Mainz, die "BellandVision GmbH" in Pegnitz, die "Interseroh SE" in Köln, die "Redual GmbH" in Herborn, die "Veolia Umweltservice Dual GmbH" in Hamburg, die "Reclay VfW GmbH in Herborn", die "Zentek GmbH & Co. KG" in Köln und die "EKO-PUNKT GmbH" in Lünen.
Kommentar: Wenn man auf den Internet-Sites der genannnten Unternehmen vorbeischaut, bekommt man einen Eindruck, wie groß dieses Business ist und dass etliche ausländische Multis ihre Finger drin haben.


Seitenanfang  

Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien

Siehe EEG

Grüner Punkt

Siehe DSD, Duales Sytem Deutschland

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit (abgekürzt HWZ, Formelzeichen meist T1/2) ist die Zeit, in der sich ein mit der Zeit exponentiell (also nicht linear) abnehmender Wert halbiert hat.

Abnahme der Menge mit Halbwertszeit:
Die nach einer Halbwertszeit verbliebene Menge einer Substanz halbiert sich im Lauf der nächsten Halbwertszeit wiederum, d. h. es verbleibt 1/4; nach 3 Halbwertszeiten 1/8, dann 1/16, 1/32, 1/64 und so weiter.

Quelle: Wikipedia

Korken

Mehr als eine Milliarde Korken werden jährlich allein in Deutschland als Flaschenverschlüsse eingesetzt. Doch der klassische Naturkorken hat große Konkurrenz bekommen: Immer häufiger kommen Verschlüsse aus Kunststoff, Metall und Glas zum Einsatz. Dabei haben Kork-Verschlüsse die bessere Öko-Bilanz, so der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND).

Obwohl der Rohstoff fast ausschließlich aus Spanien und Portugal stammt, wird bei Fertigung und Transport eines Korkverschlusses nur etwa ein Viertel des Kohlendioxids freigesetzt, das bei der Herstellung eines Verschlusses aus Kunststoff oder Metall anfällt. Der weltweite Korkeichenanbau leistet mit einer Gesamtfläche von rund 27 Mio. Quadratkilometern wertvolle Beiträge für die Umwelt. Die Bäume binden jährlich etwa fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid und dienen Zugvögeln wie Kranichen als Winterquartier.

Erkenntnis: Ist der Wein getrunken, sollte man den Korken nicht einfach in den Hausmüll werfen. Weil der ja in vielen Fällen in einer Müllverbrennungsanlage landet. Wir raten daher, gebrauchte oder nicht mehr benutzte Flaschenkorken oder unbehandelte Korkreste an Sammelstellen (z. B. den örtlichen Wertstoffhöfen) abzugeben. Die gesammelten Flaschenverschlüsse werden u. a. zu Korkgranulat verarbeitet, das den Grundstoff zur Herstellung von ökologischem Dämmmaterial bildet. Der Einsatz synthetischer Dämmstoffe, wie etwa Styropor, wird dadurch reduziert.

Wo Korken gesammelt werden, erfahren Sie beim örtlichen Wertstoffhof oder beim Deutschen Kork-Verband unter http://www.kork.de/de/verband/?kork=f8f5ae1d10716827e95af78e9a49bf72

Seitenanfang  

Kraft-Wärme-Kopplung

KWK ist die gleichzeitige Gewinnung von mechanischer Energie, die in der Regel unmittelbar in elektrischen Strom umgewandelt wird, und nutzbarer Wärme für Heizzwecke (Fernwärme) oder Produktionsprozesse (Prozesswärme) in einem Heizkraftwerk. Es ist somit die Auskopplung von Nutzwärme insbesondere bei der Stromerzeugung aus Brennstoffen. In den meisten Fällen stellen KWK-Kraftwerke Fernwärme für die Heizung öffentlicher und privater Gebäude bereit, oder sie versorgen als Industriekraftwerk Betriebe mit Prozesswärme (z. B. in der chemischen Industrie).  Zunehmend an Bedeutung gewinnen kleinere KWK-Anlagen für die Versorgung einzelner Wohngebiete, bzw. einzelner Mehr- und sogar Einfamilienhäuser, sogenannte Blockheizkraftwerke (BHKW).

Vorteil der KWK ist der verringerte Brennstoffbedarf. In Deutschland soll bis 2020 25% des Stroms in KWK-Anlagen erzeugt werden, um Energie einzusparen und Umwelt und Klima zu schützen. Eine Förderung durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) bzw. das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sollen den Ausbau beschleunigen.

Seitenanfang  

Kreislaufwirtschaft, Kreislaufwirtschaftsgesetz

Mehr dazu auf unserer Seite Verordnungen/Gesetze

LED

LED = Licht Emittierende Diode, kurz: Leuchtdiode; englisch: Light Emitting Diode

Bitte beachten: In diesem Text wird nur auf die Verwendung von LEDs als Leuchtmittel in (Haushalts-)Lampen eingegangen, obgleich sie ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten bieten (z. B. leuchten sie seit 2013 in den Scheinwerfern etlicher Kfz-Modelle).

LED oder Leuchtdioden (auch Lumineszenz-Dioden genannt), sind elektronische Halbleiter-Bauelemente. Fließt durch sie Strom in Durchlassrichtung, strahlen sie Licht ab. Das heißt, sie wandeln elektrische Energie in Licht um. Das tun die alten Glühbirnen zwar auch, aber

  • die Lichtausbeute von LEDs ist ungleich höher, auch gegenüber Halogenlampen, liegt aber (derzeit) noch leicht unter der Ausbeute von Leuchtstofflampen. Sie wird in Lumen pro Watt gemessen (lm/W = sichtbare Strahlung einer Lichtquelle, also quasi dieabgegebene Lichtmenge; Lumen = lateinisch für Licht). Anhand der Tabelle am Ende des Stichworts ein kleiner Vergleich: eine Glühbirne mit 75 Watt besitzt eine Lichtausbeute von rund 12 lm/W -- eine weiße LED mit 1 Watt bringt rund 25 lm/W. Für Otto Normalverbraucher ist eine Lumen/Watt-Angabe allerdings nicht sehr nahrhaft, weswegen manche Hersteller dazu übergegangen sind, Watt-Vergleichszahlen mit anzugeben.


  • die Leistungsaufnahme von LED liegt im Bereich von 1:15 bis 1:25, verglichen mit herkömmlichen Glühbirnen. Es gibt z. B. im Handel LED-Lampen mit Standardsockel E27, die laut Händlerangabe 2,25 Watt aufnehmen und einer 50-Watt-Glühbirne entsprechen.


  • die Lebensdauer der LED beim Einsatz als Leuchtmittel ist um ein Vielfaches höher (man spricht von bis zu 100.000 Stunden). Als Lebensdauer wird die Zeit bezeichnet, nach der die Lichtausbeute auf 50 % des Anfangswertes gesunken ist. Diese Verringerung des Lichtausbeute ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der LEDs gegenüber anderen Leuchtmitteln: Sie fallen nicht schlagartig aus, sondern verlieren nach und nach an Helligkeit, weswegen eine nutzbare Lebensdauer zwischen 20.000 und 50.000 Stunden als realistisch angesehen werden kann.


  • LED sind viel zuverlässiger, das heißt sie fallen nicht plötzlich komplett aus, wie z. B. herkömmliche Glühbirnen.


  • LED sind unempfindlich gegen Stöße, was speziell bei herkömmlichen Glühlampen, aber auch bei etlichen Energiesparlampen ein großes Problem ist.


  • LED schalten superschnell (keine Startzeit mit ansteigender Helligkeit, wie z. B. (immer noch) bei vielen, vor allem bílligen Energiesparlampen).


  • LED sind ohne Effizienzverlust dimmbar (allerdings nur spezielle, dafür kontruierte Modelle).


  • LED erzeugen so wenig Wärme, dass man sie auch nach längerem Betrieb gefahrlos mit der bloßen Hand anfassen kann, bzw. dass sich die beleuchteten Gegenstände/Bereiche nicht erwärmen.


  • LED produzieren keinen Elektrosmog.


Rechnen sich LED?

Neben der Ressourcen- und Umweltschonung ist dies für den Konsumenten die wesentliche Frage. Ob sich LED rechnen, muss jeder für sich entscheiden. Fest steht: LED-Leuchtmittel weisen gegenüber herkömmlichen Glühbirnen eine bis zu fünffach höhere Lichtausbeute auf, benötigen also bei vergleichbarer Helligkeit nur etwa zwanzig Prozent des Stroms, den eine Glühbirne im Wortsinne verheizt. In der Traditions-Glühbirne werden nämlich nur fünf Prozent des eingesetzten Stroms in Licht umgewandelt, die restlichen 95 Prozent verpuffen als Wärme in der Umgebung.

Ein Beispiel: Einer herkömmlichen 75-Watt-Glühbirne stellen wir eine LED mit umgerechnet 13 Watt Aufnahme gegenüber, was nach Aussage von Fachleuten und Herstellern in 2015 etwa der Lichtausbeute der 75-Watt-Glühbirne entspricht.

Wir nehmen an, die 75 Watt-Glühbirne brennt 1.000 Stunden/Jahr, also pro Tag etwas weniger als 3 Stunden. Sie konsumiert demzufolge jährlich 75 Watt x 1.000 Stunden = 75.000 Watt oder 75 Kilowatt. Bei einem angenommen Preis von € 0,25 pro Kilowatt ergibt das € 18,75 Betriebskosten. Die 13 Watt-LED kostet in derselben Zeit € 3,25 (13 Watt x 1.000 Stunden x € 0,25).

Nach durchschnittlich dreitausend glühend heißen Stunden oder drei Jahren Brenndauer reißt der Glühlampe nicht nur der Gedulds- sondern auch der Glühfaden und sie muss ersetzt werden, um € 1.00. Die LED-Birne hingegen macht erst nach rund 20.000 Stunden oder 20 Jahren schlapp, bzw, lässt in der Lichtausbeute nach. Eine neue, qualitativ hochwertige, kostet (heute noch) etwa € 20,00.

Rechnet man die jährlichen Stromkosten der Glühbirne auf die 20 Jahre (der LED-Birne) hoch, macht das 20 x € 18,75 = € 375,00. Die LED-Birne hingegen kostet nur 20 x € 3,25 = € 65,00. Damit beträgt die Stromkostenersparnis € 310,00.

Zieht man davon die Mehrkosten von € 14,00 für die LED-Birne ab (1 LED-Birne à € 20,00 minus 6 Glühbirnen à € 1,00), bleibt eine Nettoersparnis von € 296,00 übrig. Das sind auf das Jahr herunter gerechnet immerhin € 14,80. Multipliziert man den Betrag mit der Anzahl Lichtquellen im Haushalt, kommt man schnell auf mehr als einen Hunderter pro Jahr. Steigt in den zwanzig Jahren der Strompreis, wird die Rechnung für die LED immer günstiger.

Man sieht, es lohnt sich. Allerdings nur mit qualitativ hochwertigen Produkten. Die Billigheimer unter den LED lassen relativ schnell in ihrer Licht-Leistung nach und sind erfahrungsgemäß früher kaputt. Auch was die Anzahl der Ein-/Ausschaltvorgänge anbelangt können sie mit den hochwertigen LED nicht mithalten, die mittlerweile 50.000 und mehr Schaltvorgänge verkraften. Was bedeutet, dass man die LED-Birne 20 Jahre lang jeden Tag sieben Mal ein- und ausschalten kann. Also Augen (und Geldbeutel) auf beim Kauf! Oder anders gesagt: Wenn schon Energiesparen, dann mit anständigen Produkten, die nicht nur Strom sparen, sondern auch ihren Kaufpreis wieder reinholen.

Die Nachteile sollen auch nicht verschwiegen werden, als da sind:

  • geringe Leistung pro Diode. Das heißt, zu Beleuchtungszwecken werden immer mehrere LEDs in einem Parabolspiegel oder einer anderen Fassung gebündelt, egal ob man damit einen Scheinwerfer oder eine Deckenlampe bestücken will. Das treibt unter anderem die Herstellungskosten.


  • LED benötigen spezielle Steuerungen (Gleichrichter und Vorschaltkondensator). In den LEDs mit E14- oder E27-Fassungen und herkömmlicher Glühlampenform sind die Steuerungen im Sockel eingebaut, was sie etwas länger als herkömmliche Glühbirnen macht.


  • LED reagieren extrem empfindlich auf Mikrowellenstrahlung.


  • LED sind (noch) relativ teuer für den Einsatz in Haushalten (Stand 2014). Allerdings muss man den Preis immer in Relation zur Energieeinsparung und zur Lebensdauer sehen, wie im Rechenbeispiel weiter oben dargelegt.


Noch ein Tipp zur Lichtfarbe:

Sie hängt von den verwendeten Halbleitermaterialien ab, allerdings kann keine LED von sich aus weiß strahlen. Erst durch geeignete Verfahren, wie z. B. Mischung mehrer Farben oder Kombination mit Leuchtstoffen kann weißes Licht erzeugt werden. Da "weiß" hierbei ein dehnbarer Begriff ist, wird die Farbe im Normalfall in Kelvin angegeben. Je höher der Wert, desto kälter das Weiß. Ein guter Wert für warmweißes Licht (wie wir es von den Glühbirnen gewöhnt sind) liegt irgendwo  bei 2.600 Kelvin, tageslichtähnliches, kaltweißes Licht beginnt bei etwa 5.000 Kelvin. Sucht man warmweißes Licht, kann man auch nach dem Code 827 ( warmweiß) gehen, der oft auf den Verpackungen angegeben ist.

Und noch ein Tipp zur Farbwiedergabe:

LED ist nicht gleich LED. Je nach Konstruktion und Güte der verwendeten Bauteile können LEDs die Farbwiedergabe der beleuchteten Gegenstände verfälschen (aus einem satten wird z. B.ein fahles Grün, o. ä.). Nur qualitativ hochwertige LED sind in der Lage, Farben möglichst unverfälscht wiederzugeben. Deshalb sollte man auf den, auf der Verpackung mit dem Kürzel "CRI" (Color Rendering Index) oder "Ra" ausgewiesenen Farbwiedergabe-Index achten. Je höher der Wert ist, desto natürliche werden die Farben wiedergegeben. Gute Werte liegen bei 80 oder höher, das Maximum ist 100.

Halbleiter
Im Zusammenhang mit der Leitfähigkeit von elektrischem Strom spricht man man von Nichtleitern, Halbleitern und Leitern. Nichtleiter sind Stoffe, die in keinem Betriebszustand Strom leiten können, weswegen sie auch als Isolatoren bezeichnet werden. Leiter haben die Eigenschaft, Strom unter allen Betriebsbedingungen zu leiten. Halbleiter sind feste Stoffe, deren Leitfähigkeit zwischen der von Leitern und Nichtleitern liegt, da sie Strom nur unter bestimmten Bedingungen leiten (können). Die wichtigste Bedingung ist die Temperatur des Halbleiters. Nahe dem absoluten Temperaturnullpunkt verhalten sie sich wie Isolatoren. Bei Raumtemperatur sind sie je nach Bauart leitend oder nichtleitend. Mit steigender Temperatur nimmt ihre Leitfähigkeit zu.

Zurück zum Anfang des Stichworts LED.

Lumen (lm)
bezeichnet die Einheit des Lichtstroms. Der Lichtstrom entspricht der von einer Lichtquelle in den umgebenden Raum abgegebenen Lichtmenge (also der Helligkeit der Lichtquelle). Da konventionelle Glühbirnen nicht mit dieser Einheit bewertet wurden, hier eine Gegenüberstellung der Wattzahlen zu Lumen

25 W
40 W
60 W
75 W
100 W

=
=
=
=
=

220lm
450 lm
710 lm
935 lm
1.340 lm

Zurück zum Anfang des Stichworts LED.


Siehe auch RoHS

Seitenanfang  

Müllverbrennungsanlage

Immissionsschutzrechtlich betrachtet ist die Müllverbrennungsanlage (MVA) eine genehmigungsbedürftige Anlage nach § 4 Abs. 1 des  Bundesimmissionsschutzgesetzes in Verbindung mit den Regelungen nach Spalte 1 Nr. 8.1 des Anhanges zur Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen -  4. BImSchV mit eingeschlossenen unselbständigen  Nebeneinrichtungen als genehmigungsbedürftige Anlagen z.B. nach Spalte 1 Nr. 1.1 (Heizkraftwerk), Spalte 2 Nr. 1.2 b) (Heizöl EL-Feuerung), Spalte 2 Nr. 9.11 (Umschlagsanlage für Schüttgüter) des Anhanges zur 4. BImSchV.

Die MVA hat insbesondere die Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetzes, der Verordnungen und der Verwaltungsvorschriften dieses Gesetzes einzuhalten. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang folgende Vorschriften dieses Rechtsbereiches:

  • Verordnung über Verbrennungsanlagen für Abfälle und ähnliche brennbare Stoffe (17. BImSchV)

  • Störfall-Verordnung (12. BImSchV)

  • Verordnung über Immissionsschutz- und Störfallbeauftragte (4. BImSchV)

  • Emissionserklärungsverordnung (11. BImSchV)

  • Verordnung über elektromagnetische Felder (26. BImSchV)

  • Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm)

  • Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft)


Darüber hinaus unterliegt eine Müllverbrennungsanlage einer Vielzahl anderer öffentlich-rechtlicher Vorschriften wie z. B. den Vorschriften des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung, des Wasserhaushaltsgesetzes, des Landeswassergesetzes, der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe, der Gefahrstoffverordnung, dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, der Landesbauordnung, der Dampfkesselverordnung, der Druckbehälterverordnung, der Strahlenschutzverordnung, dem Arbeitsschutzgesetz, der Arbeitsstättenvorordnung, usw., um nur die wichtigsten Vorschriften zu nennen.

Neben den öffentlich-rechtlichen Vorschriften gelten für die MVA noch die Nebenbestimmungen und Festsetzungen der erteilten Genehmigungen, Erlaubnisse und sonstigen behördlichen Entscheidungen wie z. B. Ordnungsverfügungen und abfallrechtliche Satzungen.

Die Einhaltung der genehmigungsrechtlichen Vorschriften, Auflagen und Anforderungen wird u. a. bei der erfolgreichen Auditierung zum Entsorgungsfachbetrieb überprüft und mit dem erteilten Zertifikat bestätigt.

Siehe auch AMESA

Seitenanfang  

Nachwachsende Rohstoffe

Abgekürzt: NaWaRo, NawaRo oder Nawaro oder NR

NR sind organische Rohstoffe, die aus land- und forstwirtschaftlicher Produktion stammen und vom Menschen außerhalb des Nahrungs- und Futterbereiches genutzt werden. Die größte Bedeutung hat heute die Verwendung von Rohstoffen pflanzlicher Herkunft sowie biogener Abfallprodukte (biogen bedeutet "biologischen oder organischen Ursprungs”, also durch Leben bzw. Lebewesen entstanden. In der Chemie bedeutet biogen “nicht durch chemische Syntheseverfahren gewonnen”). Die NR werden sowohl energetisch als auch stofflich genutzt.

Pflanzen für die energetische Nutzung nennt man Energiepflanzen. Die energetische Nutzung erfolgt

  • in flüssiger Form als Biokraftstoff (wie Pflanzenöl-Kraftstoff, Biodiesel, Bioethanol, Biomethan und synthetische Biokraftstoffe)

  • in fester Form als biogener Brennstoff (wie z. B. Holz)

  • gasförmig (als Biogas)


Pflanzen für die stoffliche Nutzung heißen Industriepflanzen. Man stellt aus ihnen technische Öle, Textilien, Faserstoffe, Kunststoffe, chemische Grundstoffe und andere Produkte her.

Quelle: Wikipedia

Seitenanfang  

Obsoleszenz, geplante Obsoleszenz

Der Begriff Obsoleszenz (von lat. obsolescere = sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren) besagt, dass ein Produkt auf natürliche oder künstlich beeinflusste Art veraltet ist oder altert. Der Begriff geht zurück auf Bernard Londons Veröffentlichung Ending the Depression Through Planned Obsolescence (Beendigung der Depression durch geplante Obsoleszenz) aus dem Jahre 1932.

Geplante Obsoleszenz  (auch geplanter Verschleiß oder eingebaute Schwachstelle)

Gemeint ist damit heute ein Teil einer Produktstrategie, bei der schon während des Herstellungsprozesses bewusst Schwachstellen in das betreffende Produkt eingebaut, Lösungen mit absehbarer Haltbarkeit und/oder Rohstoffe von minderer Qualität eingesetzt werden, die dazu führen, dass das Produkt schneller schad- oder fehlerhaft wird und nicht mehr in vollem Umfang genutzt werden kann.

Zur geplanten Obsoleszenz gehören auch Maßnahmen, die nicht auf die direkte (Zer-)Störung der eigentlichen Funktionalität abzielen, sondern bewusst Möglichkeiten der Abnutzung einbauen. So kann durch entsprechende Materialauswahl das Aussehen und die Haptik eines Produkts derart beeinflusst werden, dass (etwa) nach Ablauf der Gewährleistungsfrist ein direkter Vergleich mit Neuprodukten Letztere erheblich besser dastehen lässt, als es bei einem bloßen Vergleich ihrer Funktionalität der Fall wäre. So werden etwa bei Mobiltelefonen bewusst leicht einzudrückende Schalen oder Gehäuse mit Kunstlederanteilen eingesetzt, die nach einiger Zeit deutlich abgegriffen erscheinen.

Möglich ist auch der Einbau von Mechanismen, die nach einer gewissen Betriebsstundenzahl (die dabei größer als die Garantiezeit ist bzw. sein sollte) entweder eine Zerstörung wichtiger Funktionskomponenten hervorrufen oder zumindest eine Betriebsstörung vortäuschen. Das Gerät kann dann nur noch durch eine in der Gebrauchsanleitung nicht dokumentierte, allein den Servicetechnikern bekannte Aktion wieder in Gang gebracht werden. Letzteres war (und ist womöglich immer noch) bei manchen PC-Druckern der Fall (Stand 2013). Auch durch falsche oder mangelhafte Angaben bei Gebrauchs- und Reparaturhinweisen kann die Langlebigkeit von Produkten verkürzt werden.

Die geplante Obsoleszenz war schon mehrfach Gegenstand wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten, ist aber nach wie vor nicht klar definiert und auch nur schwer nachweisbar. Insbesondere der Nachweis der Absichtlichkeit und die Abgrenzung zur Sollbruchstelle fällt schwer: Der Duden beschreibt als Sollbruchstelle eine Stelle in einem Bauteil o. Ä., die so ausgelegt ist, dass in einem Schadensfall nur hier ein Bruch erfolgt.

Quelle: Wikipedia

Seitenanfang  

PAK

Abkürzung für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (genauer: p. a. Kohlenwasserstoffverbindungen), englisch PAH = polycyclic aromatic hydrocarbons, und der Oberbegriff für Hunderte von Einzelverbindungen.

Sie entstehen bei der Erhitzung bzw. Verbrennung von organischen Materialien unter Sauerstoffmangel (unvollständige Verbrennung), sowie bei der Abfallverbrennung. Außerdem sind sie in folgenden Verbindungen zu finden: Teer, Teerdämpfe, Tabakteer und Tabakrauch, Autoabgase (speziell im ungefilterten Dieselruß), Räucher- und Grillrauch, Kaminfeuerabgase, Schwelstoffe von Räucherkerzen oder Weihrauch.

Einige PAK-Einzelverbindungen werden gezielt hergestellt und dienen der chemischen Industrie als Zwischenprodukte hauptsächlich für Farbstoffe, Insektizide, Stabilisatoren, Pharmaka, Kosmetikzusätze und Weichmacher. In der Textilindustrie wurden sie als Lösungsmittel verwendet. Man findet sie auch bei der Farben- und Plastikherstellung.

PAK-haltige Mineralöle werden auch in Kautschukprodukten als Weichmacher eingesetzt. Sie finden sich am häufigsten in schwarz eingefärbten Erzeugnissen, vor allem in Fahrzeugreifen, aber auch in Gummigriffen von Werkzeugen und Fahrrädern, in Bändern von Armbanduhren, in Badeschuhen, usw. Ein Indiz dafür, dass PAK in diesen Dingen enthalten sein können, kann der Preis sein: Je billiger, desto wahrscheilicher und höher belastet. Auch an dem strengen, muffeligen Geruch zu erkennen, den diese Dinge verströmen. Viele dieser Produkte kommen aus Fernost. Wenn man also solche Dinge erwirbt, sollte man darauf achten, dass sie das GS-Siegel tragen. Dann hat man ein wenig Sicherheit. Leider nur ein wenig, denn die Orientierungswerte sind nicht gesetzlich zwingend und die Hersteller müssen sich nicht daran halten.

Wirkung auf den Menschen
PAK zählen neben Benzol, Arsen- und Cadmiumverbindungen sowie Dioxinen und Furanen zu den verbreitetsten kanzerogenen (Krebs erzeugenden) Stoffen. Sie sind schwer abbaubar, das heißt, sie reichern sich im menschlichen Körper an. Leitsubstanz ist das bisher am besten untersuchte Benzo-a-pyren, welches als Maßstab für die kanzerogene Umweltbelastung der gesamten Stoffgruppe gilt.

Die Aufnahme der PAK erfolgt vorrangig durch Hautkontakt, sowie das Einatmen belasteter Luft über die Lunge. Im Körper werden sie metabolisiert (chemisch verändert), wodurch sich erst die eigentlich krebserzeugenden Stoffe bilden. Außerdem können sie über die Luft und den Boden in zahlreiche Lebensmittel übergehen, insbesondere auf Blattgemüse und Obst sowie in das Trinkwasser. Die kontinuierliche Aufnahme erhöhter Mengen kann zu Magen- und Darmkrebs bzw. Blasenkrebs führen.

In der Plusminus-Sendung vom 31.03.2009 im ARD-Fernsehen wurde von einem aktuellen Test des TÜV Rheinland berichtet, der 30 Dinge des täglichen Gebrauchs untersucht hat. Fazit: Die Belastungen sind teilweise erschreckend hoch. Laut dem Pressesprecher des TÜV Rheinland wurden Produkte gefunden, welche die Orientierungswerte für PAK bis zum Tausendfachen überschritten. Eine Rechnung legt dar: Wer eine Stunde lang den überprüften Lenkradbezug in den Händen halte, sei durch den PAK-Stoff Benzo(a)pyren derselben Belastung ausgesetzt, wie  wenn er im selben Zeitraum tausend Zigaretten rauchen würde.

Grenzwerte
Für Lebensmittel: 1Mikrogramm (= 1/1.000.000 Gramm, 1 Millionstel Gramm) pro Kilogramm für Fleischprodukte, 0,0002 Milligramm pro Liter für Trinkwasser.

Quellen: u. a. Wikipedia, ARD plusminus

Seitenanfang  

PBB

Abkürzung für Polybromierte Biphenyle

PBB sind bromhaltige Verbindungen, die als Ersatzstoffe für PCB (Polychlorierte Biphenyle) als Flammschutzmittel und als Weichmacher in Kunststoffen verwendet werden. Sie besitzen eine hohe chemische Stabilität, sind biologisch kaum abbaubar und reichern sich im Fettgewebe an. Da PBBs im Verdacht stehen, toxisch zu wirken (Gedächtnis- und Muskelschwäche, Immundefekte), außerdem Krebs erzeugend sowie Leber schädigend zu wirken, sind sie seit dem 1. Juli 2006 gemäß EU-Verordnung 2002/95/EG (siehe auch RoHS) verboten.

Seitenanfang  

PBDE

Abkürzung für Polybromierte Diphenylether

PBDE sind bromhaltige organische Chemikalien, die als Flammschutzmittel in vielen Kunststoffen und Textilien eingesetzt werden. Da PBDE während der Herstellung nicht mit den Kunststoffen und Textilien reagieren, sondern nur ein Gemisch mit ihnen bilden, können sie ausgelöst werden und in die Umwelt gelangen. Nachdem man dies durch eine ausführliche Risikobewertung im Rahmen der EU Altstoffverordnung 793/93/EEC erkannt hatte, wurden PentaBDE und OctaBDE ( zwei Ausprägungen von PBDE) verboten, da sie sich in der Umwelt anreichern, persistent und toxisch sind.

Siehe auch RoHS

Seitenanfang  

PCB

Abkürzung für Polychlorierte Biphenyle

Die Substanzgruppe der polychlorierten Biphenyle umfaßt rund 200 Einzelsubstanzen. Bei ihrer Verbrennung im Temperaturbereich von 600 bis 900°C entstehen hochgiftige Furane und Dioxine, die wiederum erst ab einer Temperatur von über 1200°C unschädlich gemacht werden können. Bei der Verbrennung von PCB-haltigen Materialien in Müllverbrennungsanlagen können beachtliche Mengen freigesetzt und über den Schornstein in die Umwelt emittiert werden. Weitere Verbreitungsquellen sind Mülldeponien und damit auch Sickerwässer.

In der Industrie wurden früher PCB-Gemische vor allem wegen ihrer Vielseitigkeit eingesetzt. Nachdem 1968 die Gefahren für die Menschen durch eine Massenvergiftung in Japan erkannt wurden, durften PCB-haltige Produkte in Deutschland ab 1978 nur noch eingeschränkt, und ab 1989 überhaupt nicht mehr verwendet werden (PCB-Verbotsverordnung).

Umwelteinfluss und Grenzwerte
PCBs zählen heute zu den wichtigsten Umweltschadstoffen, da sie Jahrzehnte lang stabil sind. Sie verteilen sich sowohl mit der Luft, wie auch mit dem Wasser und sind mittlerweile global verbreitet. Deutschland ist eine der am stärksten von PCB - Rückständen belasteten Regionen der Erde. In Reinluftgebieten liegt der Luftwert für PCB unter 1 Nanogramm (= 1/1.000.000.000 Gramm, ein Milliardstel Gramm) pro Kubikmeter. In Industriegebieten kann der Wert fünf bis fünfzigmal so hoch sein.

Nach der Klärschlammverordnung ist die Ausbringung von Klärschlamm auf landwirtschaftlich genutzte Böden verboten, wenn er pro Kilogramm Trockenmasse mehr als 0,2 Milligramm PCB enthält.

Wirkung auf den Menschen
PCBs reichern sich stark in pflanzlichen und tierischen Fetten an. Vor allem Fisch und Milchprodukte enthalten oft beachtliche Mengen. Der menschliche Körper akkumuliert die Stoffe im Fettgewebe. Potenzielle gesundheitliche Auswirkungen sind Müdigkeit, allgemeine Krankheitsgefühle (z. B. Kopfschmerzen, Leibschmerzen, Taubheit und Schmerzen in den Armen), Veränderungen des Menstruationszyklus, Bronchitis, Ödeme der Augenlieder, geringere Geburtsgewichte und Wachstumsverzögerungen bei Kleinkindern.

© seit 2000 - Institut für Umweltverfahrenstechnik

Seitenanfang  

PCDD

Abkürzung für Polychlorierte Dibenzodioxine
Siehe Dioxin

PCDF

Abkürzung für Polychlorierte Dibenzofurane
Siehe Furan, Furane

Phthalat, Phthalate

Kunstwort aus Naphthalin und at

Phthalate sind Ester (deshalb auch Phthalsäureester genannt, Begriffsdefinition siehe weiter unten) verschiedener Phthalsäuren mit verschiedenen Alkoholen. Das heißt, das Phthalat gibt es nicht, vielmehr subsumiert man darunter eine ganze Stoffgruppe mit umstrittenen Eigenschaften, die uns auf Schritt und Tritt begleitet. Rund 90% der Phthalate werden Kunststoffprodukten als Weichmacher beigefügt: Der bekannteste Vertreter ist die PET-Flasche, die so heißt, weil sie aus einem Material namens Polyethylenterephthalat hergestellt wird. (Mehr zur PET-Flasche finden Sie auf unserer Inernet-Site www.vermei.de)

Problematisch ist, dass Phthalate in Verbindung mit Kunststoffen (wie z. B. PET oder PVC) als so genannte äußere Weichmacher wirken, weil sie mit diesen keine echte chemische Bindung eingehen. Das aber bedeutet, dass sie verhältnismäßig leicht aus den Kunststoffen herausgelöst werden können, bzw. ohne äußeres Zutun heraus migrieren.

Die Liste der Erzeugnisse, in denen man sie sonst noch findet, ist lang: Körperpflegemittel, Parfums, Deodorants, pharmazeutische Produkte (magensaft-resistente Verkapselungen), Transformatoren, Bodenbeläge, Rohre und Kabel, Teppichböden, Wandbeläge, Dichtmassen, (Lebensmittel)-Verpackungen, Kunstleder, Zellulose-Kunststoffe, Dispersionen, Lacke und Farben (auch Nagellacke), Klebstoffe (speziell Polyvinyl-Acetate), Schaumverhüter und Benetzungsmittel in der Textilindustrie, Schuhsohlen, Vinyl-Handschuhe, KFZ-Bauteile. Die Aufzählung ist sicher nicht vollständig.

Generell stehen Phthalate im Verdacht, hormonelle und die Fruchtbarkeit hemmende Nebenwirkungen zu besitzen und Krebserkrankungen zu fördern, auch wenn dies in etlichen Studien immer (noch) bestritten wird.

Ester: Der Begriff ist ein Kunstwort, das 1850 von dem deutschen Professsor der Chemie Leopold Gmelin aus dem Begriff Essigäther (einem heute icht mehr gebräuchlichen Namen für Ethylacetat) gebildet wurde. Ester setzen sich aus einem Säureteil und einem Alkoholteil zusammen.

Wichtigste Quelle: http://www.arbeitsmedizin.uni-erlangen.de/

Seitenanfang  

PLA

PLA = Ableitung vom englischen polylactic acid, auf deutsch Polylactide oder Polymilchsäure(n) genannt.

Wie der Begriff schon sagt, ist die Basis dieses synthetischen Stoffs, der zu den Polyestern zählt, die natürlich vorkommende Milchsäure. Sie spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der meisten Organismen. Wichtigster Rohstoff für die Milchsäure wiederum ist Stärke, die fast immer aus Mais gewonnen wird. Aber auch aus landwirtschaftlichen Abfallstoffen wie Molke kann PLA hergestellt werden.

Aufgrund seiner Molekülstruktur kann PLA biologisch abgebaut werden. Allerdings sind dafür ganz bestimmte Umweltbedingungen nötig, wie z. B. feuchte Umgebung, Temperaturen oberhalb von 55 °C, Licht (Sonnenlicht), etc. Außerdem hängt der Abbau von einer Reihe weiterer Faktoren ab, wie z. B. chemische Zusammensetzung, Kristallisierungsgrad, eventuell beigefügte Copolymere (siehe weiter unten). In industriellen Kompostieranlagen sind die genannten Bedingungen erfüllt, hier wird PLA (im Gegensatz zu den hochkristalinen Kunststoffen) innerhalb einiger Monate abgebaut, vergleichbar mit dem Abbau von Holz. Es entsteht dabei wieder Milchsäure, die den Mikroorganismen als Nahrung dient.

In der Natur (und dazu zählt auch der Komposthaufen hinterm Haus) wird sich PLA meistens nicht zersetzen. Und wenn doch, dann über einen Zeitraum von etlichen Jahren.

Copolymere: auch Heteropolymere genannt, sind Thermoplaste (auf Wärme reagierende Kunststoffe), die sich aus unterschiedlichen Molekülen (Monomeren) zusammensetzen.

Seitenanfang  

Quecksilber

Chemisches Element mit dem Symbol Hg (von lateinisch Hydrargyrum ) . Es ist das einzige Schwermetall, das bei Raumtemperatur flüssig ist. In reinem Zustand glänzt es silbermetallisch. Aufgrund seiner hohen Oberflächenspannung benetzt Quecksilber seine Unterlage nicht, sondern bildet linsenförmige Tropfen. Es ist wie jedes andere Metall elektrisch leitfähig.

Da Quecksilber bei Zimmertemperatur verdunstet, kann es zu schweren Vergiftungen bei Menschen und Tieren führen, wenn man es einatmet. Bei lang anhaltender Einwirkung kann es chronische Schäden hervorrufen, wie z. B. Schlaflosigkeit, Unruhe, Händezittern, Nierenschädigung. Allerdings sind alle Befunde reversibel, solange keine irreversible Nierenschädigung eingetreten ist. Bei oraler Aufnahme ist es hingegen relativ ungefährlich, es sei denn, man nimmt organische Verbindungen des Quecksilbers mit der Nahrung auf. Letzteres ist jedoch nicht mehr sehr relevant, da z. B. der Einsatz zum Beizen von Getreide und bei der Papierherstellung in Deutschland schon seit längerer Zeit verboten ist.

Sollte Quecksilber frei werden, weil z. B. ein Thermometer zu Bruch gegangen ist, niemals einen Staubsauger benutzen. Kein Staubsauger ist hundertprozentig dicht (auch wenn das immer von der Herstellern behauptet wird) und so wird das flüchtige Schwermetall durch den Sauger besonders fein und damit besonders gesundheitsschädlich in der Luft verteilt. Die schwedische Chemieschutzbehörde empfiehlt: das Quecksilber mit einer Pappe auf ein Papier kehren und in einen verschließbaren Glasbehälter bugsieren, beschriften und bei einer Sammelstelle (Wertstoffhof, o. ä.) abgeben; parallel dazu mit einem nassen Lappen den Boden aufwischen, einige Minuten gut durchlüften und dabei das Zimmer verlassen. Pappe, Papier und Lappen am besten gleich mit entsorgen.

Siehe auch RoHS

Seitenanfang  

Rauchgas, Rauchgasreinigung

Das bei Verbrennungsprozessen in Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und verschiedenen anderen Industriebereichen entstehende Abgas wird als Rauchgas bezeichnet. Es muss durch geeignete Einrichtungen in den Verbrennungslinien, wie z. B. Gewebefilter, Elektrofilter,  Aktivkohlefilter (Gaswäsche), Entschwefelungsvorrichtungen gereinigt werden. Für Kraftwerke, Müllverbrennungsanlagen u.a. müssen die in der 17. BImschV gesetzlich festgelegten Grenzwerte für Schadstoffe im Rauchgas eingehalten werden.

Siehe auch AMESA

REACH

REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals, also für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien.

Die Verordnung  1907/2006 (REACH-Verordnung) ist eine EU-Chemikalienverordnung, die am 1. Juni 2007 in Kraft getreten ist. Als EG-Verordnung besitzt REACH gleichermaßen und unmittelbar in allen Mitgliedstaaten Gültigkeit. Durch REACH wird das bisherige Chemikalienrecht grundlegend harmonisiert und vereinfacht.

Das REACH-System basiert auf dem Grundsatz der Eigenverantwortung der Industrie. Nach dem Prinzip „no data, no market“ dürfen innerhalb des Geltungsbereiches nur noch chemische Stoffe in Verkehr gebracht werden, die vorher registriert worden sind. Jeder Hersteller oder Importeur, der seine Stoffe, die in den Geltungsbereich von REACH fallen, in Verkehr bringen will, muss für diese Stoffe eine eigene Registrierungsnummer besitzen. Ein Jahr nach Inkrafttreten von REACH galt die bisherige Gesetzgebung bis zur vollen Arbeitsfähigkeit der neu gegründeten ECHA, einer Agentur in Helsinki, noch weiter. Die ECHA übernimmt vor allem die Organisation und Kontrolle im Prozess von REACH.
Eine Vorregistrierung ist der eigentlichen Registrierung vorgeschaltet. Sie dient der Bildung von Foren, in denen sich Hersteller und Importeure von Stoffen austauschen sollen. Im Gegenzug erhalten die Hersteller/Importeure mit der kostenlosen Vorregistrierung, je nach Stoffmengen und -eigenschaften, verlängerte Fristen für die Registrierung.

Neben einem technischen Dossier kann die Erstellung eines Stoffsicherheitsberichts erforderlich werden. Bei gefährlichen und besorgniserregenden Stoffen (zum Beispiel Krebs erregenden oder persistenten Stoffen) müssen im Stoffsicherheitsbericht Expositionsszenarien ermittelt werden. Dies sind quantitative oder qualitative Abschätzungen der Dosis/Konzentration des Stoffes, die gegenüber dem Menschen und der Umwelt exponiert sind oder sein können. Dabei muss der komplette Lebenszyklus des Stoffes (von der Herstellung über die Verwendung bis zur Entsorgung) berücksichtigt werden. Wesentliche Teile dieser Daten werden über eine Internetdatenbank für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bevor neue Tierversuche zur Ermittlung von toxikologischen und ökotoxischen Daten durchgeführt werden, besteht die Pflicht zur Erkundigung innerhalb des nach der Vorregistrierung gebildeten Forums, ob schon entsprechende Daten vorliegen. REACH verpflichtet hier die Hersteller/Importeure zur Datenweitergabe.

Eine weitere Besonderheit von REACH ist die Erweiterung der Kommunikation in der Lieferkette. Nachgeschaltete Anwender erhalten zusätzliche Aufgaben und Pflichten. Sie müssen ihren vorgeschalteten Herstellern oder Importeuren von registrierungspflichtigen Stoffen (siehe Geltungsbereich) Informationen über die genaue Verwendung liefern, damit diese die Verwendung in ihren Angaben zur Exposition (im technischen Dossier) und ggf. in ihren Expositionsszenarien berücksichtigen und geeignete Risikominderungsmaßnahmen empfehlen können. Die Verwendung wird dann zu einer „identifizierten Verwendung“. Der nachgeschaltete Anwender hat die Pflicht, die Risikominderungsmaßnahmen anzuwenden.

Identifiziert der Hersteller/Importeur die einzelne Verwendung nicht (weil zum Beispiel aus seiner Sicht das Risiko dieser Verwendung zu groß ist) oder will der nachgeschaltete Anwender zur Wahrung von Betriebsgeheimnissen die Verwendung gar nicht mitteilen, muss der nachgeschaltete Anwender ggf. einen eigenen Stoffsicherheitsbericht erstellen.

Quelle und mehr über REACH: Wikipedia

Seitenanfang  

Recycling

ist ein Kunstwort, das sich von der lateinischen Vorsilbe re (= zurück, wieder) und dem griechischen Wort kýklos (= Kreis, Zyklus) ableitet. Gelegentlich wird auch der deutschen Begriff Rezyklierung verwendet.

Begriffsdefinition

  • Rückführung von Produktions- und Konsumabfällen (auch: Abwärme) in den Wirtschaftskreislauf. Innerbetriebliche Aufgabe der Abfallwirtschaft.

  • Materialkostenintensiver Wirtschaftsbereich, der die Bereiche Recycling von Schrott und Recycling von nicht metallischen Altmaterialien und Reststoffen enthält.


Umweltwirkung
Umweltschutz durch Verzicht auf Abbau natürlicher Ressourcen (Ressourcenschonung) mit Material- und Energiekostenminderung und Vermeiden der Rückstandsabgabe in die natürliche Umwelt mit Wegfall von Entsorgungskosten.

Voraussetzungen
Zur Gewinnung von Sekundärstoffen aus Rückständen nach physischer Erfassung, Identifikation, Klassifikation, Kennzeichnung und Dokumentation (Stoffbilanz, Energiebilanz, ökologische Buchhaltung) sind zumeist Aufbereitungsvorgänge erforderlich; Rückstandsvermittlung i.d.R. durch Recyclingbörsen und Aufkaufhandel.
Rückfluss von Sekundärstoffen ist besonders hoch bei Altmetallen, -papier, -glas, -kunststoffen, -reifen.

Arten

  • Wiederverwendung: Wiederholter Einsatz eines Rückstandes für den ursprünglichen Verwendungszweck (z.B. Mehrwegflaschen).

  • Weiterverwendung: Rückstandseinsatz für andere Zwecke (z.B. Granulat aus Altreifen zur Produktion von Bodenbelägen).

  • Weiterverwertung: Herstellung von Sekundärstoffen zum Wiedereinsatz in den Produktionsprozess, dem sie entstammen (z.B. Altglas zur Herstellung von Behälterglas).


Recycling stofflicher Rückstände ist stets Rückführung von in Produktion oder Konsum eingesetzter Materie. Genutzte Energie lässt sich nicht nochmals nutzen; ungenutzt aus einem thermodynamischen System (z.B. Abhitze aus Industrieöfen) abfließende Energie kann dem System wieder zugeführt werden.

Quelle: Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Recycling
online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/5527/recycling-v10.html

Kommentar: Das (gutgemeinte) Ziel des Recyclings ist zwar, die Umwelt zu entlasten und/oder Ressourcen zu schonen. Dies kann jedoch ein aufwendiger Prozess sein, wenn z. B. Altpapier wieder zu Papier wird. Unglücklicherweise kosten manche Recyclingprozesse enorm viel Energie. Ist das neu entstandene Produkt dann noch von schlechterer Qualität (wie gerade in der Papierindustrie oft der Fall), muss man korrekterweise von Downcyling sprechen.

Siehe hierzu auch  Upcycling.  
Mehr zu diesen Themen auf unserer Website www.vermei.de

Seitenanfang  

RMHKW

Vom Zweckverband RBB (siehe dort) benutzte Abkürzung für Restmüllheizkraftwerk. Der Begriff soll ausdrücken, dass zum einen nur nicht anders zu verwertende Reste von Haus- bzw. Industriemüll verbrannt werden und dass zum anderen die entstehende Abgaswärme zu Heizzwecken genutzt wird.

Siehe auch Müllverbrennungsanlage.

RoHS

RoHS = Restriction of certain Hazardous Substances (Beschränkung gewisser gefährlicher Substanzen)

Die RoHS-Richtlinie der Europäischen Union (EU Richtlinie 2002/95/EG) regelt die Beschränkung der Verwendung gefährlicher Stoffe. Sie verbietet nach dem Juli 2006 die Verwendung bestimmter Stoffe in elektrischen und elektronischen Geräten, als da sind Cadmium (Cd), Quecksilber (Hg), sechswertiges Chrom (Cr (VI)), polybromierte Biphenyle (PBBs), polybromierte Diphenylether (PBDEs), sowie Blei (Pb).

Wie man sieht, bezieht sich die Richtlinie nicht nur auf Blei, auch wenn in der Branche häufig der Hinweis "bleifrei" für die Generalabsolution verwendet wird. “Bleifrei” bedeutet  nicht automatisch, dass die RoHS eingehalten wird.

Betroffen sind im Wesentlichen folgende Geräte bzw. Teile, die in jedem Haushalt zu finden sind:
Kühlschränke, Waschmaschinen, Elektroherde, Staubsauger, Toaster, Bügeleisen, Uhren, Waagen, Computer, Kopiergeräte, Telefone,  Fernseher, Videorekorder, HiFi-Geräte, Leuchtstofflampen, Gasentladungslampen, Glühlampen, Bohrmaschinen, Nähmaschinen, Rasenmäher, Videospiele und -konsolen, Modelleisenbahnen.

Siehe auch WEEE

Seitenanfang  

TCDD

Abkürzung für Tetrachlordibenzo-p-dioxin, exakt: 2,3,7,8-Tetrachlordibenzo-p-dioxin. Erlangte traurige Bekanntheit als Sevesogift (in Seveso, Norditalien geschah der bislang schwerste TCDD-Unfall in Europa).
Mehr dazu unter Dioxin

Upcycling

nennt man den Effekt, dass aus wiederverwertbaren Rohstoffen höherwertige Produkte hergestellt werden. Das Kunstwort entstand aus dem englischen Adverb up (0 hinauf, heruf, aufwärts) und dem Begriff Recycling. Bis dato gibt es keinen entsprechenden deutschen Begriff.

Obwohl unsere Rohstoffe immer knapper werden, ist das Upcycling in unserer Überflussgesellschaft (besser Wegwerfgesellschaft) immer noch kein großes Thema. Beim Upcycling geht es (meistens) nicht um darum, Produkte in ihre einzelnen Rohstoffe zu zerlegen, um daraus neue, zum Teil völlig andere, Produkte herzustellen. Vielmehr geht es (meistens) darum, Produkte einer höherwertigen Nutzung zuzuführen. Und genau hier beginnt das Problem: Ist es wirklich ein Upcycling, wenn aus einer Plastikflasche plus ein paar anderen Zutaten ein Dokumentenbehälter entsteht (wie im Internet beschrieben)? Oder, wenn sich ein Weinfreak einen Stuhl oder Tisch oder ähnliches in seinen Weinkeller stellt, der aus alten Fassdauben zusammengeschraubt wurde? Es ist - zumindest für den Verfasser dieser Zeilen - einigermaßen schwierig zu sagen, welche der Nutzungsarten (Trinkwasser oder ein Dokument aufbewahren) die höherwertige ist. Letztlich ist es (meistens) nur ein Hinausschieben des Zeitpunkts, zu dem das Produkt auf dem Müll landet. Oder in einem Downcycling-Prozess.


Seitenanfang  

WEEE

WEEE = Waste of Electrical and Electronic Equipment  (Abfall von elektrischen und elektronischen Geräten)

Die WEEE-Richtlinie der Europäischen Union (EU Richtlinie 2002/96/EG) regelt die Rücknahme und Entsorgung von Altgeräten verschiedener Art. Nach dieser Richtlinie sind Hersteller und Importeure ab März 2006 gesetzlich verpflichtet, Altgeräte kostenfrei wieder zurückzunehmen und nach vorgegebenen Standards umweltverträglich zu entsorgen bzw. zu verwerten. Die betreffenden Produkte müssen ab diesem Datum mit folgender Kennzeichnung versehen sein:

         

Altgeräte mit diesem Zeichen dürfen folglich nicht mehr über den Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen an den dafür vorgesehenen Sammelstellen innerhalb der Kommunen bzw. bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern - kostenfrei - abgegeben werden. Die Kosten für die Sammlung übernehmen die Kommunen. Die Hersteller sind für die Entsorgung bzw. Verwertung der ausgemusterten Geräte verantwortlich.

Siehe auch RoHS

Zweckverband RBB

Abkürzung für Zweckverband Restmüllheizkraftwerk Böblingen. Mehr über den Zweckverband erfahren Sie auf dessen eigenen Internetseiten, die Sie über unsere Seite Links erreichen.

Seitenanfang  


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü